https://www.faz.net/-gqe-8tdze

Kommentar : Goldener Handschlag

  • -Aktualisiert am

Die VW-Ethik-Chefin bekommt bis zu 15 Millionen Euro Abfindung. Bei VW ist sie gescheitert, aber zum Abschied bekommt sie den goldenen Handschlag.

          Angeblich ist Sozialneid unter Deutschen stärker als in anderen Völkern. Die üppige Millionenabfindung für Christine Hohmann-Dennhardt, die als Vorstand für Integrität und Recht bei VW nach dem Abgasskandal für saubere Unternehmensführung sorgen sollte, stößt aber nicht auf Kritik, weil sie Teil einer Neiddebatte ist. Es geht um mehr.

          Volkswagen steckt in der Krise, weil der vom Staat dominierte Konzern seine Kunden mit manipulierten Diesel-Abgaswerten betrogen hat. Tausende Zeitarbeiter verlieren daher ihre Arbeit. Doch im VW-Vorstand bleibt alles wie gehabt. Für Spitzenmanager spielen Geld und Risiko keine Rolle, auch wenn sie scheitern. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kritisiert die horrenden Managergehälter und erntet Beifall.

          Aber wer schließt solche Verträge? Hohmann-Dennhardt war sozialdemokratische Justizministerin in Hessen, sie war Verfassungsrichterin – und geht nun als Gescheiterte mit goldenem Handschlag. Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Weil hat als Aufsichtsrat diesen Vertrag abgesegnet, obwohl die Summen bei VW inzwischen alle Vergleichsmaßstäbe sprengen. Die Kluft zwischen Worten und Taten ist zu groß geworden, nicht nur bei VW.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Rätseln um den Ärztemangel

          Umfrage der Kassenärzte : Rätseln um den Ärztemangel

          Gibt es tatsächlich immer weniger Ärzte? Oder ändert sich nur die Art der Versorgung? Ist die Anspruchshaltung der Patienten überzogen? Die Ergebnisse einer Befragung irritieren.

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : Noch bleibt es friedlich

          Hunderttausende marschieren in Hongkong wieder auf den Straßen, um gegen die Regierung in Peking zu demonstrieren. Bislang bleiben die Proteste friedlich – die Angst vor einem Eingreifen des Militärs wächst.
          Die jährliche Befragung von 6000 Bürgern ergibt irritierende Ergebnisse zum Thema Ärztemangel.

          Umfrage der Kassenärzte : Rätseln um den Ärztemangel

          Gibt es tatsächlich immer weniger Ärzte? Oder ändert sich nur die Art der Versorgung? Ist die Anspruchshaltung der Patienten überzogen? Die Ergebnisse einer Befragung irritieren.

          Debattenkultur : Meine Meinung

          Neulich erklärte Angela Merkel einem AfD-Politiker, was Demokratie bedeutet. Denn Meinungsfreiheit geht nicht einher mit einem Recht auf Deutungshoheit. Für manche ist das schwer auszuhalten.
          „Ich habe Mist gebaut. So ist es nun einmal. Fertig“: Uli Hoeneß zu seiner Steuerhinterziehung.

          Präsident des FC Bayern : Hoeneß handelt wieder mit Aktien

          2014 wurde Bayern-Präsident Uli Hoeneß verurteilt, weil er Gewinne aus Finanzgeschäften nicht richtig versteuert hatte. Jetzt ist er wieder an der Börse aktiv – und hat, wie er sagt, seine Strategie geändert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.