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Führungschaos der Commerzbank : Wie im Tollhaus

  • -Aktualisiert am

Ein Bild aus besseren Tagen: Commerzbank-Vorstandschef Martin Zielke (links) mit Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann Bild: dpa

In der Commerzbank gibt es keinen geordneten Prozess, doch einen Ausweg gibt es: Einer von zwei noch widerwilligen Aufsichtsräten muss sich bewegen.

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          Was in der Commerzbank abläuft, ist, anders als vom Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Schmittmann behauptet, kein geordneter Prozess. Dass Schmittmann und der Vorstandsvorsitzende Martin Zielke gleichzeitig ihren Rücktritt erklären, ist vielmehr ein Stück aus dem Tollhaus.

          Falls Schmittmann meint, er könne bis zur angekündigten Niederlegung seines eigenen Mandats am 4. August den nächsten Vorstandsvorsitzenden noch bestellen, wird er wohl auf externe Bewerber verzichten – eigentlich ein Muss. Falls der Aufsichtsrat dagegen schon an diesem Mittwoch einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden aus seiner Mitte anstelle von Schmittmann wählen sollte, müsste dieser wohl mehr sein als ein Übergangskandidat. Denn wer aus dem aktuellen Vorstand würde sich von einem interimistischen Aufsichtsratsvorsitzenden bestellen lassen, ohne zu wissen, wie er oder sie mit dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden klarkommt?

          Ein Weg heraus aus dem Führungschaos ist auch deshalb schwer zu erkennen, weil sich aus dem aktuellen Aufsichtsrat nur der ehemalige Commerzbank-Vorstand Nicholas Teller und der Schweizer Tobias Guldimann als ehemaliger Risikovorstand der Credit Suisse mit Bankerfahrung aufdrängen. Auch wenn anscheinend keiner von beiden wirklich will: Einer von beiden sollte es machen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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