https://www.faz.net/-gqe-8ymq5
 

Kommentar : Fliegender Zombie

  • -Aktualisiert am

Trotz der bedrohten Arbeitsplätze: Die Voranfrage von Air Berlin für eine Bürgschaft sollten die Politiker nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

          Air Berlin fliegt noch, ist aber seit Jahren ohne Hilfe nicht überlebensfähig. Im vergangenen Jahr flog Air Berlin einen Verlust von fast 800 Millionen Euro ein, außerdem lasten auf der Berliner Fluggesellschaft Schulden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Der größte Kreditanteil kommt von der arabischen Muttergesellschaft Etihad, die selbst in Turbulenzen ist, nachdem auch in Italien ihre ehrgeizigen Pläne zur Eroberung des europäischen Luftraums scheiterten.

          Nun wollen die Scheichs dem schlechten Geld nicht noch mehr gutes Geld hinterherwerfen. Aber sie sind Eigentümer, sie haften für ihre Entscheidungen, sie haben sich verspekuliert, nicht der deutsche Steuerzahler. Die Voranfrage von Air Berlin für eine Bürgschaft der Länder Berlin und Nordrhein-Westfalen sollten die Politiker nicht mal mit der Kneifzange anfassen. Trotz der bedrohten Arbeitsplätze und des Wahlkampfs gilt für Berlin: Die Hauptstadt kann vieles, nur Flughafen nicht und auch nicht Fliegen in Zeiten, in denen sich am Himmel die Spreu vom Weizen trennt.

          In Düsseldorf kommt die sich anbahnende schwarz-gelbe Koalition hoffentlich nicht in Versuchung. Die FDP möchte doch wieder in den Bundestag einziehen – oder?

          Weitere Themen

          So mies ist die Stimmung in der Wirtschaft

          Ifo-Index : So mies ist die Stimmung in der Wirtschaft

          Deutsche Unternehmen blicken immer pessimistischer in die Zukunft. Neben der Industrie verfinstern sich die Aussichten vor allem für industrienahe Dienstleister. Bleibt die Konjunkturflaute für die Beschäftigten folgenlos?

          Pilotenheld kritisiert Boeing Video-Seite öffnen

          „Sully“ schlägt Alarm : Pilotenheld kritisiert Boeing

          Mehrere Piloten fordern den US-Flugzeugbauer Boeing auf, Piloten besser zu schulen, bevor die Flieger vom Unglückstyp 737 Max nach zwei Abstürzen mit hunderten Toten wieder fliegen dürfen. Die von Boeing angebotenen Schulungen reichten nicht aus, sagt unter anderem Chesley "Sully" Sullenberger. Er schrieb mit der geglückten Notlandung mit einem Airbus auf dem Hudson in New York 2009 Geschichte.

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: EZB-Chef Draghi : Das Ende von „Super Mario“

          EZB-Präsident Mario Draghi demonstriert noch einmal seine Stärke. Doch längst sind Kräfte am Werk, die die Macht der Notenbanken aushöhlen. Werden mit dem Ende der Ära Draghi die Karten neu gemischt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.