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Kommentar : Eon beugt sich der Politik

Der Stromriese Eon behält seine Atomkraftwerke. Das ist für den Konzern eine schwere Bürde. Und die Steuerzahler sind längst nicht aus dem Schneider.

          Eon beugt sich der Politik und dem öffentlichen Druck. Die neuen Haftungsregeln durchkreuzen die Pläne des Stromriesen, sich durch die Konzernspaltung seiner deutschen Atomkraftwerke und ihrer Folgekosten zu entledigen.

          Das Bundeswirtschaftsministerium wird sich durch diesen Strategieschwenk bestätigt fühlen. Er lässt sich als Eingeständnis deuten, dass Eon nach einem bequemen Ausweg aus den Haftungsrisiken gesucht und die Politik diesen Fluchtversuch rechtzeitig gestoppt hat.

          Für Eons Neustart wiederum ist der Kurswechsel eine schwere Bürde: Der Konzern will sich ganz auf die Energiewende konzentrieren, während die auf den Namen Uniper getaufte Abspaltung für die alte Energiewelt stehen sollte. Nun muss ausgerechnet die neue „grüne“ Eon die Atommeiler weiterbetreiben und für ihre Abwicklung gerade stehen.

          Gegenüber den Stromkunden und dem Kapitalmarkt wird das ein schwieriger Spagat. Kein Wunder, dass der Eon-Aktienkurs an diesem Donnerstag deutlich gefallen ist.

          Letztlich aber hatte Vorstandschef Johannes Teyssen keine Wahl, als nun klare Verhältnisse zu schaffen. Für jeden Konzern wäre es unverantwortlich, die Gesamthaftung für einen Geschäftsbereich zu übernehmen, auf den er selbst bald keinen unternehmerischen Einfluss mehr haben wird.

          Ob allerdings die Finanzkraft der neuen Eon trotz der Milliardenrückstellungen ausreichen wird, um die anschwellenden Kosten der nuklearen Altlasten zu beseitigen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der Staat, und das heißt: die Steuerzahler, sind längst nicht aus dem Risiko.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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