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Kommentar : Eiskalt an der Wall Street

Waffenaktien sind nach dem Massaker in Las Vegas gestiegen. Bild: dpa

Die Aktienkurse von amerikanischen Waffenhändlern sind nach dem Massaker in Las Vegas gestiegen. Dahinter steckt eine eiskalte und perverse Logik.

          Die Reaktion der Anleger an der Wall Street auf das Massaker in Las Vegas hat mehr als nur einen Hauch von Perversion. Da erschießt ein offenbar wahnsinniger, bis an die Zähne bewaffneter Mann mit Schnellfeuergewehren aus einem Hotelzimmer fast 60 Besucher eines Open-Air-Konzerts. Mehr als 500 weitere Menschen werden verletzt.

          Die Aktienkurse aller börsennotierten Waffenhersteller aber steigen daraufhin deutlich an – genau wie die der Einzelhandelsketten, die deren Gewehre und Pistolen im Sortiment haben. In der eiskalten Logik der Anleger ist das plausibel. Wenn solche Anschläge Schlagzeilen machen, wird der Ruf nach schärferen Waffengesetzen lauter. Anleger wetten dann auf Hamsterkäufe von Waffennarren, auch wenn die Wahrscheinlichkeit schärferer Gesetze unter der Regierung Trump gegen Null geht.

          Die Umsätze und Aktienkurse der Waffenproduzenten sind daher, der gleichen perversen Logik folgend, seit der Präsidentschaftswahl gefallen. Trump steht aber so oder so in der Schuld der Waffenlobby, die ihn im Wahlkampf unterstützt hat. Die Regierung arbeitet daher an gelockerten Exportbestimmungen. Das nächste Blutbad wird kommen.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

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