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Kommentar : Dilemma der Autozukunft

  • -Aktualisiert am

Die Zahl der Unfallopfer könnte durch autonomes Fahren deutlich schrumpfen. Doch die Vorteile wollen viele nicht sehen.

          1 Min.

          Platz nehmen auf dem Fahrersitz und trotzdem nur Fahrgast sein im eigenen Auto? Die Vision vom hoch automatisierten Fahren birgt das Versprechen für mehr Entspannung am Lenkrad und mehr Verkehrssicherheit. Der Computer erkennt knifflige Situationen früher und reagiert schneller als der Mensch. Die Zahl der Unfallopfer könnte deutlich schrumpfen.

          Diesem Idealbild misstrauen aber viele. Ihnen widerstrebt die Vorstellung, dass Menschen im gefährlichen Straßenverkehr die Verantwortung an Maschinen abgeben. Die Mitglieder der Ethik-Kommission des Verkehrsministeriums haben derweil nach dem Praxistest auf der Autobahn Vertrauen in die Technik gewonnen und raten der Politik, sie grundsätzlich zu fördern.

          Aber auch die Ethik-Spezialisten haben Bedenken: wegen der Gefahren für die Freiheit des einzelnen und für den Datenschutz. Zudem bleibt das Dilemma, dass bestimmte „Dilemma-Situationen“ nicht zu programmieren sind – jedenfalls wenn der Programmierer beherzigt, dass er bei den Opfern nicht nach Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand differenzieren darf. Die Debatte fängt erst an. Teufelszeug ist das automatisierte Fahren deswegen aber noch lange nicht.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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