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Portoerhöhung : Falsch frankiert

Für einen Standardbrief verlangt die Post derzeit noch 70 Cent. Bild: dpa

Die Post hat sich verrechnet. Die für den Jahreswechsel fest eingeplante Portoerhöhung muss warten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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          Postchef Frank Appel hat sich verkalkuliert. Die für den Jahreswechsel fest eingeplante kräftige Portoerhöhung muss warten, weil die Netzagentur verlässlichere Informationen haben will, wie es nach dem Gewinneinbruch in der Brief- und Paketsparte weitergeht. Schon die absehbare Verzögerung um einige Monate hat genügt, die Postaktie auf Talfahrt zu schicken.

          Kein Wunder, denn bei jeder Gelegenheit hat das Management die kommenden Mehreinnahmen durch ein höheres Porto als sichere Bank verkauft. Umso mehr stellt sich die Frage, was da schief gelaufen ist. Hatte die Post, den Bund als Großaktionär im Rücken, darauf gehofft, dass die Marktaufsicht schon ein Auge zudrücken werde? Aber die schaut völlig zu Recht genauer in das undurchsichtige Zahlendickicht, bevor sie der Post einen Freifahrtschein für die nächste Preiserhöhung erteilt.

          Das Dumme daran aus Sicht des Konzerns: Je besser er die Sparte in den Griff bekommt, je schneller die Kosten sinken und die Produktivität wieder steigt, desto weniger Spielraum lässt die Berechnungsformel für künftige Preiserhöhungen.

          Aber sicher ist: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Mit den 70 Cent für den Standardbrief wird es nicht mehr getan sein. Im Frühjahr werden wohl neue Ergänzungsmarken her müssen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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