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Kommentar : Die Deutsche Bank büßt

  • -Aktualisiert am

Die Milliarden-Zahlung an Amerika ist teuer für die Deutsche Bank - und nur der größte Rechtsfall. Tausende stehen noch aus.

          Für Jubelstürme ist John Cryan nicht bekannt. Und doch ist in seinem Brief an die Mitarbeiter so etwas wie Erleichterung herauszuhören. Denkbar knapp vor Donald Trumps Amtseinführung hat sich die Bank endgültig mit den amerikanischen Behörden über die Zahlungen für windige Immobilien-Geschäfte vor der Finanzkrise geeinigt.

          Der Vergleich ist teuer, die Vorwürfe der Amerikaner lesen sich saftig. Das gut 70 Seiten starke Dokument, das den insgesamt 7,2 Milliarden Dollar teuren Vergleich besiegelt, ist gespickt mit schweren Anschuldigungen. Die „enorme Breite der illegalen Aktivitäten“ wird beklagt– und das in deutlichen Worten: Jeder, der nur ein halbes Lebenszeichen von sich gegeben habe, habe von der Bank einen Hauskredit bekommen.

          Cryan zieht das Büßergewand an und entschuldigt sich „uneingeschränkt“ für die Taten der Vergangenheit. Doch er warnt seine Mitarbeiter zugleich vor. Mit der Einigung ist zwar der größte Rechtsfall beseitigt, es stehen aber noch Tausende aus. Vor allem der Geldwäscheskandal in Russland kann noch einmal teuer werden. Heute will die Bank Details über ihre geplanten Bonikürzungen bekanntgeben. Für die Mitarbeiter wird sich die Buße wohl direkt im Portemonnaie widerspiegeln.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

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