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Kommentar : Die deutsche Autobranche ist abhängig

  • -Aktualisiert am

Die Herstellung von Elektromotoren braucht weniger Mitarbeiter als die von Verbrennungsmotoren. Eine deutsche Zellfertigung wäre da ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

          Die deutsche Autobranche ist abhängig, was ihre Bemühungen um die Elektromobilität betrifft. Andere produzieren den Rohstoff, den sie braucht, um Elektroautos zu bauen. Mehr als 90 Prozent der dafür nötigen Batteriezellen kommen aus Japan, Korea, China sowie den Vereinigten Staaten. Zellfertigung „Made in Germany“? Seit dem Ende eines Gemeinschaftsunternehmens des Autoherstellers Daimler und des Spezialchemiekonzerns Evonik vor zwei Jahren provoziert diese Frage nur noch Schweigen.

          Nun könnte ein Argument lauten, dass das gar nicht schlimm sei: Denn der Veredelungsprozess der Zellen, also die eigentliche Batteriefertigung, findet ja bei den Autoherstellern statt, was auch die Grundsteinlegung der zweiten Batteriefabrik von Daimler in Sachsen verdeutlicht. Zudem ist die Autoherstellung seit langem bestes Beispiel für arbeitsteiliges Wirtschaften. Die Abhängigkeit von Zulieferern aller Art und Herkunft ist hier Normalzustand.

          Und dennoch sollten sich Hersteller und Zulieferer nicht auf dieses Argument zurückziehen und eine eigene Zellfertigung zumindest durchrechnen. Die Herstellung von Elektromotoren verlangt weniger Detailtiefe und braucht weniger Mitarbeiter als die von Verbrennungsmotoren. Wenn an ihre Stelle zumindest zum Teil eine – hoffentlich wirtschaftliche – deutsche Zellfertigung träte, wäre das ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

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