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Kommentar : Die City in Bewegung

  • -Aktualisiert am

Zwei Großbanken verlassen London – eine ökonomisch vernünftige Entscheidung. Weitere dürften folgen. Frankfurt und Paris werden bald noch wichtiger.

          Am Finanzplatz Frankfurt bricht keine Panik aus. Zwar hat die HSBC mit ihren Stellenverlagerungen von London nach Paris einem anderen Standort den Vorzug gegeben. Das war aber erwartet worden, da sie seit der Übernahme der Crédit Commercial vor 15 Jahren enge Verbindungen nach Paris hält. Am Finanzplatz Frankfurt wird die HSBC-Mitteilung sogar positiv gesehen, zeigt sie doch die Bewegung, in welche die Londoner Finanzszene durch das Brexit-Votum geraten ist.

          Trotz erheblichen Drucks der britischen Regierung auf die Akteure der Londoner City entscheiden diese offenbar nach Kriterien wirtschaftlicher Vernunft. Die EU ist ein wesentlich größerer Markt als Großbritannien, der Euro die wesentlich bedeutsamere Währung als das Pfund, und so sind starke Standorte im Euroraum für die Banken von hoher Relevanz. Darüber wird der Finanzplatz London nicht ausbluten.

          Aber selbst eine laxere Regulierung und niedrigere Steuern werden einen Bedeutungsverlust des Aushängeschilds der britischen Wirtschaft nicht verhindern können. Nach der Ankündigung der HSBC und der klaren Sprache der Regierung May zum Brexit dürften sich nun weitere Banken aus der Deckung wagen. Davon profitiert Frankfurt mit seinem Sitz der Europäischen Zentralbank, aber auch Paris als der größte Bankenstandort im Euroraum.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

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