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Kommentar : Planet Werbung

  • -Aktualisiert am

Die Werbung hält eisern an der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen fest. Das ist realitätsfremd. Es braucht Mut, um den Jugendwahn in der Werbung zu durchbrechen.

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          Es gehört zum Wesen der Werbeindustrie, dass sie zuweilen in einer ganz eigenen Welt lebt. Das hat nicht nur damit zu tun, dass es in ihren Anzeigen und Fernsehspots immer eine Spur farbenfroher und fröhlicher zugeht als in der Wirklichkeit. Auch das Denken der Werber mutet mitunter doch sehr realitätsfremd an. Da kann die Politik noch so viel über den demographischen Wandel reden - in Agenturen und Marketingabteilungen hält man eisern an der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen fest.

          Alle wollen sie die Gunst der „Millennials“ erobern, der rund um die Jahrtausendwende Geborenen also. Wer dagegen auf seinen 50. Geburtstag zusteuert, hat noch einen Grund mehr für eine Midlife-Crisis: Für das Marketing ist er damit quasi tot. Es mag verwundern, dass es nun ausgerechnet die Modeindustrie ist, die dieses Denken durchbricht, jene Branche also, die bislang knochige Teenager mit hängenden Schultern und ausdruckslosem Blick für das Nonplusultra der Verkaufsförderung hielt.

          Und doch steht dahinter eine Logik: Es braucht Mut, um den Jugendwahn in der Werbung zu durchbrechen. Die Modewelt hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gezeigt, dass sie mutig sein kann, dass sie gerne mal den Rebellen gibt. Bleibt zu hoffen, dass andere Unternehmen sich an ihr ein Vorbild nehmen. Denn es gibt keinen rationalen Grund, die Älteren in der Werbung zu ignorieren.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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