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Wirecard-Ausschuss : Der Irrglaube an das Wirecard-Wunder

Bundeskanzlerin Angela Merkel trat als prominenteste Zeugin am 23.4.2021 vor den Wirecard-U-Ausschuss. Bild: AP

Der Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal hat seine Arbeit fast beendet. Nach Hunderten Stunden zeigt sich ein erschreckendes Bild.

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          Wer trägt die politische Verantwortung für das Wirecard-Desaster? Das ist die zentrale Frage im Untersuchungsausschuss, den der Bundestag im vergangenen Herbst eingerichtet hat. Mit Finanzminister Olaf Scholz und Bundeskanzlerin Angela Merkel fand die Zeugenbefragung diese Woche ihren krönenden Abschluss, selbst wenn es im Mai noch einzelne Nachläufer geben sollte. Nach Hunderten Stunden zeigt sich ein erschreckendes Bild.

          Der Lauf der Versäumnisse beginnt im Aufsichtsrat, führt über Abschlussprüfer sowie Aufsichtsbehörden und mündet in der Bundesregierung. So hat sich das Kontrollgremium des Unternehmens immer wieder vom Vorstand hinhalten und letztlich täuschen lassen. Die Abschlussprüfer von EY haben über Jahre frisierte Zahlen ohne Einschränkungen testiert. Nun ist den Fachleuten für Bilanzrecht zugutezuhalten, dass sie nicht davon ausgehen mussten, mit einer Bande von Betrügern im Vorstand zu tun zu haben. Aber wie der Sonderermittler des Untersuchungsausschusses in seinem geheimen Bericht festgehalten haben soll, haben die Prüfer nicht nach allen Regeln ihres Faches gearbeitet. Vorsichtig formuliert. Erst die forensisch arbeitenden Sonderprüfer stellten vor einem Jahr fest, dass es keinen Beleg für die Treuhandkonten gab, auf denen zentrale Werte des Konzerns liegen sollten. Ob EY dies ebenfalls und vor allem früher hätte erkennen müssen, wird noch Gerichte beschäftigen.

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