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Kommentar : Das dreiste Gebaren von Wincor Nixdorf

Wincor Nixdorf will sich kaufen lassen. Dabei hat der Chef wochenlang einen anderen Eindruck erweckt.

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          Seltsam, die Mitteilung vom 10. Juni ist auf der Internetseite von Wincor Nixdorf verschwunden. Dabei steht dort ein Archiv bis zurück ins Jahr 1998. Am 10. Juni dieses Jahres reagierte der Geldautomatenhersteller auf einen Bericht dieser Zeitung, wonach er mit dem amerikanischen Konkurrenten Diebold über eine Übernahme spricht; beratende Investmentbanken waren schon angeheuert.

          Man befinde sich nicht in Fusions- oder Übernahmeverhandlungen, konterte Wincor. Der Vorstandsvorsitzende Eckard Heidloff ließ sich Tage später auch noch in großen Interviews entsprechend aus. Das alles verfehlte die Wirkung nicht. Auf breiter Front wurde berichtet, Wincor dementiere.

          Am Wochenende nun hat Wincor bekanntgegeben: Das Unternehmen spricht über eine Übernahme mit Diebold. Die wesentlichen Eckdaten sind schon vereinbart. Natürlich spielt man in Paderborn jetzt wieder den Unschuldsengel. Nie sei Wahrheitswidriges gesagt worden. Dreist geht Wincor mit der Presse und damit der Öffentlichkeit um. Immerhin: Die Börse, die eine Fusion begrüßt, ließ sich von den Aussagen damals nicht irritieren. Der Aktienkurs stieg und hielt sich auch oben.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

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