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Kommentar : Daimlers Visionen

Der Daimler-Vorstand hält standhaft an seiner Prognose fest, dass Mercedes bis 2020 wie einst die Nummer eins unter den Premiumanbietern sein werde. Doch diese Prognose ist in Wahrheit wohl eher eine Vision.

          Es ist wahrhaft nicht so, dass es Daimler wirklich schlecht ginge: Mercedes verkauft mehr Autos denn je, und die Rendite war auch schon niedriger. Trotzdem erntet der Stuttgarter Autobauer Hohn und Spott, weil wieder einmal Versprechen kassiert wurden. Weil uralte Ziele, die längst erreicht sein sollten, auf unbestimmte Zeit vertagt wurden.

          Lücken im Angebot

          Standhaft hält der Vorstand aber an der Prognose fest, dass Mercedes bis 2020 wie einst die Nummer eins unter den Premiumanbietern sein werde. Doch diese Prognose ist in Wahrheit wohl eher eine Vision. Vielleicht war es nötig, dieses große Ziel auszugeben, um die Mannschaft auf einen Kurs einzuschwören, der ziemlich anstrengend sein wird.

          Wie die Lage wirklich ist, hat Finanzvorstand Uebber jetzt einmal unverblümt beschrieben: Mercedes habe Lücken im Angebot, etwa fehlt ein kleiner Geländewagen wie der X1 von BMW. Was er nicht sagte: Mercedes fehlt auch die dazu gehörige Partnerschaft mit einem chinesischen Hersteller.

          Mercedes müsse das Geschäftsmodell neu ausrichten, hat Konzernchef Zetsche in einem Mitarbeiterbrief geschrieben. Wohl wahr! Es gibt viel zu tun, falls die Vision von der Nummer Eins Wirklichkeit werden soll. Und die Konkurrenz schläft in der Zeit nicht.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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