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Kommentar : Daimler lernt

Daimler liefert Rekord um Rekord. Und doch lassen Anleger den Aktienkurs absacken. Dabei hat das Management seine Lektion gelernt.

          Die Marke mit dem Stern hat in aller Welt einen besonderen Glanz, immer noch. Und so wirkt es ganz selbstverständlich, dass Dieter Zetsche sagt: „Daimler gehört dauerhaft an die Spitze.“ Der Vorstandsvorsitzende hat dieses Ziel vor Jahren schon als Losung ausgegeben, und dem hat sich alles unterzuordnen.

          Der Leichtsinn ist vorbei, das weiß jeder im Konzern. Dicke Gewinne, wie sie für das vergangene Jahr eingefahren werden, werden nicht verpulvert, es wird weiter gespart, auch wenn es vermeintlich nicht mehr so dringend nötig ist.

          Wo der Schlendrian erst einmal einreißt, ist das nur unter größer Mühe zu korrigieren - das ist die Lektion, die man bei Daimler gelernt hat. Und man hat ganz offenbar auch die dramatischen Zeiten der Finanzkrise nicht vergessen.

          Vor allem aber weiß die Konzernführung, dass der Erfolg kein Selbstläufer ist. Die Spitzenposition unter den Top-Automarken ist zwar in greifbarer Nähe, doch die wirkliche Herausforderung liegt mittlerweile woanders. Die wichtigsten Wettbewerber des Stuttgarter Autoherstellers heißen vielleicht heute schon nicht mehr Audi und BMW, sondern Apple und Google. Insofern ist es richtig, wenn man bei Daimler das Geld zusammen hält, auch wenn die fehlende Euphorie von den Anlegern teilweise falsch interpretiert wird.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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