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Kommentar : Cryans Schuld

  • -Aktualisiert am

John Cryan ist zwar erst seit 15 Monaten Chef der Deutschen Bank. Dennoch ist auch er verantwortlich für den kläglichen Zustand des Geldhauses.

          John Cryan ist seit gut 15 Monaten Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. In diesem Zeitraum ist der Aktienkurs des Geldinstituts um 60 Prozent gefallen, Milliarden wurden verbrannt.

          Welchen Anteil hat Cryan an dieser Entwicklung? Die Ursache der drohenden Milliardenstrafen – windige Hypothekengeschäfte in den Vereinigten Staaten und kriminellen Geldwäscheaktivitäten – liegen weit vor seiner Amtszeit. Die teils marode und hochkomplexe IT-Infrastruktur, die immer wieder für aberwitzige Ausfälle sorgt, kann man in so kurzer Zeit vielleicht flicken, aber nicht reparieren.

          Und doch ist Cryan nicht ganz unschuldig am derzeit kläglichen Zustand der Deutschen Bank. Man kann es im besten Fall als ungeschickt, im schlechtesten als dumm bezeichnen, wenn das Institut voreilig lanciert, man habe eine Strafe von 2,5 Milliarden Euro zu zahlen. Kein Wunder, dass die Amerikaner erbost sind und dem Geldinstitut nun eine 14-Milliarden-Dollar-Strafe in Aussicht stellen.

          Auch zeigt Cryan nicht auf, wie er eigentlich dringend nötiges Kapital besorgen möchte. So trägt auch der neue Chef zum Misstrauen bei, das der Bank entgegenschlägt.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

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