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Kommentar zu Condor : Prämie für die Tonne

Zu ihrem vierzigsten Geburtstag ließ Condor die Boeing 757-200 von dem Pop-Art-Künstler James Rizzi in ein fliegendes Kunstwerk verwandeln. Bild: Photo: Condor Flugdienst GmbH /

Condor muss Mitarbeiter loswerden. Damit es schneller geht, setzt die Fluggesellschaft fragwürdige Anreize.

          Mit Frühbucherrabatten kennt sich die Reisebranche aus. Nun hat die Fluggesellschaft Condor selbst eine „Sprinterprämie“ für den internen Gebrauch aufgelegt, um sich von überzähligen Mitarbeitern in Berlin zu trennen. Die ersten 30 Teilnehmer (per Mail, Startschuss morgens um 8 Uhr) bekommen bis zu 25.000 Euro Aufschlag für die Aufhebung ihres Arbeitsvertrages, der Rest guckt wohl in die Röhre.

          Dieses ungewöhnliche Instrument mag arbeitsrechtlich legal sein, und es steht Arbeitgebern natürlich frei, Abfindungen individuell mit Mitarbeitern auszuhandeln – ein respektvoller Umgang mit seinen Mitarbeitern sieht jedoch gewiss anders aus. Denn ein solches Rattenrennen setzt Anreize, damit Menschen unter Zeitdruck und mit einer „Belohnung“ vor Augen bestimmte Entscheidungen treffen.

          Hier geht es jedoch nicht um den Kauf eines Kochtopfsets oder die nächste Mallorca-Reise, sondern um eine Lebenswegentscheidung, die gut durchdacht sein will. Die meisten Mitarbeiter haben das wohl erkannt und zeigen der Prämie die kalte Schulter. Die Qualität eines Arbeitgebers aber zeigt sich gerade auch in der Trennungskultur, und da fällt Condor mit seiner Sprinterprämie glatt durch.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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