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Kommentar : Alno in der Dauerkrise

Der Küchenhersteller Alno geht in Insolvenz. Endlich, könnte man sagen, denn Alno ist seit Jahr und Tag im Krisenmodus. Die Insolvenz ist wohl die einzige Chance auf einen echten Neuanfang. Ob er gelingt, ist damit nicht gesagt.

          Nun also ist es so weit: Der bekannte Küchenhersteller Alno geht in Insolvenz. Endlich, könnte man sagen, denn Alno ist seit Jahr und Tag im Krisenmodus. Zwar hat der Vorstand in wechselnder Besetzung immer wieder Erfolgsgeschichten erzählt, doch diese wirkten oft sehr stark ausgeschmückt, um es einmal zurückhaltend zu formulieren. Wahrscheinlich war schon der Börsengang anno 1995 nur möglich, weil es damals schick war, Mittelständler aufs Parkett zu führen, und nicht, weil es dafür eine unternehmerische Logik gab. Zumindest aber schaffte es die Führung nicht, den Küchenhersteller auf die Erfolgsspur zu bringen.

          Das Wort „Gewinn“ kommt in den Alno-Finanzberichten jedenfalls so gut wie nie vor. Dabei müsste der Verkauf von Küchen eigentlich ein gutes Geschäft sein: Denn die Verbraucher haben Geld, das sie lieber in ein schönes Zuhause stecken, als es auf der Bank ohne Zinszuwachs schlummern zu lassen. Dieser Logik folgten immer wieder auch Investoren, die dabei aber übersehen haben, dass sich die Führung des Küchenherstellers seit Jahren immer nur durchgewurstelt hat. Jetzt ist der Sanierungsstau endgültig zu groß. Die Insolvenz ist wahrscheinlich die einzige Möglichkeit für einen echten Neuanfang. Ob er gelingt, ist damit aber nicht gesagt.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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