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Amerikas größter Kohlekonzern : Trumps Kohle-Kumpel ist insolvent

Eine Anlage zum Verladen von Kohle auf Schiffe in der Nähe des Murrey-Kraftwerks in Powhatan Point im amerikanischen Bundesstaat Ohio Bild: Reuters

Weil weniger Kohle im Strommix ist, gehen in Amerika viele Kohlekonzerne pleite. Mit Murray Energy erwischt es innerhalb von zwölf Monaten schon das achte – und größte – Unternehmen. Dabei hatte der Chef um Trumps Unterstützung geworben.

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          Die Versuche des Kohle-Unternehmers Robert Murray, Präsident Donald Trump für ein großes Hilfsprogramm für die Branche zu gewinnen, haben keine Früchte getragen: Das Unternehmen Murray Energy hat die Einleitung eines Gläubigerschutz-Verfahrens (Chapter 11) beantragt. Robert Murray ist wortreicher Unterstützer von Trumps Wirtschaftspolitik und hatte offenbar die Hoffnung, das Weiße Haus würde die Kohleindustrie retten.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Der Niedergang der Kohleindustrie ist der wachsenden Rolle von Erdgas und regenerativer Energiequellen in der Stromproduktion zu verdanken, zudem gingen die Exporte zurück. Vor zehn Jahren lieferten Kohlekraftwerke noch knapp die Hälfte des Stroms in den Vereinigten Staaten. Im vergangenen Jahr war der Anteil des Sektors nach Angaben der Energie-Informations-Behörde EIA auf 28 Prozent geschrumpft. Im kommenden sinkt er laut EIA-Prognose weiter, auf 22 Prozent.

          Seit dem Jahr 2008 sind in den Vereinigten Staaten 40 Prozent der Kohlekraftwerke geschlossen worden, beklagt Murray. In seinen 63 Jahren im Kohlebergbau habe er noch nie eine vergleichbare Zerstörung einer Industrie erlebt, teilte der Unternehmer auf der Website der Firma mit. Er gab Trumps Vorgänger Barack Obama und dessen Regulierungen eine Mitschuld am Niedergang der Branche.

          Ungewisse Zukunft für 5000 Bergleute

          Murray Energy ist schon das achte Kohle-Unternehmen, das in den vergangenen zwölf Monaten in die Knie gegangen ist. Murray hatte das Unternehmen 1988 gegründet und nach und nach Bergwerke und Kohle-Unternehmen zusammengekauft. Aktuell unterhält die Firma noch 18 aktive Minen in Ohio, West Virginia, Kentucky und Utah, dazu eine Beteiligung in Kolumbien.

          Die etwa 5000 Bergleute gehen nun in eine ungewisse Zukunft. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Fidelity Investments, die große Gläubiger sind, könnten das Unternehmen kaufen und fortführen, berichtet das „Wall Street Journal“.

          Zu den ungelösten Fragen gehört die Finanzierung der Pensionsverpflichtungen: Es fehlen in den Pensionsfonds 1,9 Milliarden Dollar, darüber hinaus hat der Konzern entgegen seinen Verpflichtungen nicht genügend Geld für Gesundheitskosten der Bergleute zurückgelegt. Viele Kumpel leiden an der sogenannten Staublunge, für deren Behandlungskosten die Industrie Geld zurücklegen muss.

          Murray buhlte um Trump

          Die Gewerkschaft der Bergleute United Mineworkers of America erwartet nun, dass Murray versucht, sich vor dem Konkursgericht von seinen mit der Gewerkschaft vereinbarten Pensionsverpflichtungen zu befreien. Sollte das gelingen, dann wird der Pensionsfonds der Gewerkschaft im Jahr 2020 bankrott sein. Das sagt zumindest der demokratische Senator von West Virginia, Joe Manchin, voraus. Er versucht mit einer Gesetzesinitiative die von Konkurs bedrohten Unternehmen daran zu hindern, sich über die Pensionsfonds herzumachen.

          Murray hat mit großer Energie versucht, Einfluss auf Trumps Energiepolitik zu nehmen. Er warb dafür, die Steuergutschriften für erneuerbare Energie abzuschaffen und Kohle eine feste Quote in der Stromproduktion zu sichern. Zudem forderte er den Rückzug der Regierung aus dem Pariser Klimaschutzabkommen und die Rücknahme des von Obama verordneten Clean Power Acts, der die schrittweise Reduzierung der CO2-Emissionen des Kraftwerksparks verlangt. Im Juli hatte Murray noch eine große Spendensammlung für Trump organisiert.

          Trump hat öffentlich Sympathien für Murrays Vorschläge gezeigt, sie am Ende aber nicht komplett verwirklicht. In mehreren konservativen Bundesstaaten wie Texas oder Iowa hat sich erneuerbare Energie zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor gemausert. Zudem will Trump offenkundig die „Fracker“ nicht verärgern, die mit ihrem Gas- und Ölboom Amerika unabhängiger von Energierohstoff-Lieferungen machen.

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