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Klinikkette Helios : Kündigungen frustrierter Ärzte belasten Gewinn

Schriftzug auf einem Gebäude einer Helios Klinik Bild: dpa

Die Unterbesetzung in deutschen Krankenhäusern bekommen Patienten deutlich zu spüren. Jetzt belastet sie auch den Gewinn der Klinikkette Helios. Die Auswirkungen sind laut dem Konzernchef „dramatisch“.

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          Kündigungen frustrierter Ärzte und auch Pfleger haben den Gewinn der Klinikkette Helios im vorigen Jahr „ziemlich dramatisch“ beeinflusst. Das bekamen Investoren in Amerika von Stephan Sturm zu hören, dem Vorstandschef der Helios-Muttergesellschaft Fresenius, der dabei Fehler einräumte. Frustration des Personals und in der Folge offene Stellen – das führte nach Sturms Worten „zu Umsatzausfällen, die in einem von Fixkosten geprägten Geschäft ziemlich dramatische Auswirkungen auf das Ebit haben“. Helios‘ Ebit, der Gewinn vor Steuern und Zinsen, habe daher im vergangenen Jahr „negatives Wachstum“ verzeichnet – sei also geschrumpft. Einen Rückgang hatte Fresenius für Helios für 2019 schon prognostiziert.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sturm äußerte sich auf der Medizinkonferenz der Investmentbank JP Morgan in San Francisco im Januar. Die Übertragung und das Transkript sind inzwischen im Internet zugänglich. Fresenius informiert am 20. Februar über das abgelaufene Geschäftsjahr, Helios ist eine von vier Konzernsparten.

          Der Konzern sieht viele personelle Schwierigkeiten inzwischen beseitigt. Er habe Ärzte eingestellt, ebenso mehr als 1000 Pflegekräfte. Aber Sturms Aussagen sind ein seltenes Beispiel dafür, dass unzufriedenes Personal das Zahlenwerk konkret sichtbar belastet. Meist ist die Stimmung ein weicher Faktor, der Opportunitätskosten mit sich bringt – etwa weil Mitarbeiter sich gegängelt, überfordert oder ungerecht behandelt fühlen. Dann geben sie wahrscheinlich nicht ihr Bestes, was die Qualität des Produkts oder der Dienstleistung beeinträchtigt. Doch ist selten messbar, in welchem Ausmaß das Kunden kostet.

          Stephan Sturm
          Stephan Sturm : Bild: dpa

          Generell sind Unterbesetzung und andere Schwierigkeiten in deutschen Krankenhäusern für Patienten oder Besucher deutlich spürbar – ob in kommerziellen Kliniken, öffentlichen oder gemeinnützigen. Gerade erst streikten Ärzte an Unikliniken. Im Fall Helios hat die Strategie, Therapiegebiete in bestimmten Häusern zu konzentrieren, unerwünschte Folgen. Sie soll die medizinische Qualität verbessern; in den anderen Kliniken fallen die Kompetenzen dann aber weg. Dadurch fühlten Ärzte sich in ihrer Tätigkeit beschnitten und kündigten. Konzentration ist einerseits im deutschen Gesundheitssystem gewollt: Kliniken müssen bei bestimmten Eingriffen eine jährliche Mindestzahl vorweisen, um alles vergütet zu bekommen. Helios ging aber darüber hinaus: „Wir sind etwas zu weit gegangen, was unsere Vorbereitungen auf immer weiter steigende Minimalfallzahlen angeht, ab denen Sie erst Anspruch auf Vergütungen haben – wir haben schon den nächsten und den übernächsten Schritt vorweggenommen“, sagte Sturm in San Francisco. „Das erzeugte ein bisschen Frustration in unserer Organisation. Das führte zu mehr offenen Stellen, als wir gewohnt sind.“

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