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Klimaschutz in Unternehmen : Die grüne Null muss stehen

Auch der Autozulieferer Bosch verkündet auf der Bilanz-Pressekonferenz Anfang Mai, Milliarden in den Klimaschutz investieren zu wollen und wirbt auf der Veranstaltung für Klimaneutralität. Bild: dpa

In Zeiten der Freitagsproteste will plötzlich ein deutsches Unternehmen nach dem nächsten klimaneutral werden. Das klingt zwar gut – doch ist nicht alles grün, was glänzt.

          7 Min.

          Anfang dieser Woche musste bei Daimler plötzlich alles ganz schnell gehen. Ein eilig anberaumtes Pressegespräch und entschlossene Worte von Ola Källenius, der Dieter Zetsche Ende Mai an der Konzernspitze ablöst: 50 Prozent Elektroautos im Jahr 2030 und 100 Prozent CO2-neutrale Flotte im Jahr 2039, lauten die neuen Zielmarken in Sindelfingen. Der Zeitplan ist ambitioniert und dürfte vor allem dem Druck geschuldet sein, gegenüber Konkurrent Volkswagen in Sachen Elektromobilität nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ein Fall von Nachvorneverteidigung, sagen Beobachter.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch damit nicht genug. Die acht deutschen Produktionsstätten von Daimler sollen sogar schon in drei Jahren klimaneutral sein, kündigte Källenius an. Strom will man künftig nur noch aus erneuerbaren Quellen beziehen, zumindest so weit wie möglich. Den übrigen Energiebedarf sollen gasbetriebene Kraft-Wärme-Anlagen zur gemeinsamen Erzeugung von Strom und Wärme decken. Wo man neue Fabriken hochzieht, etwa im polnischen Jawor oder im südungarischen Kecskemét, werde zudem von Beginn an auf das höchste Maß an Effizienz geachtet, heißt es bei Daimler.

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