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Auf der Hauptversammlung : Kleines Aufbäumen der Ryanair-Aktionäre

  • Aktualisiert am

Die Ryanair-Spitze bleibt im Amt. Bild: AFP

Ryanair-Anleger haben der Spitze der Billigfluglinie auf der Aktionärsversammlung einen Denkzettel verpasst – wenn auch nur einen kleinen. O’Leary und Bonderman bleiben im Amt.

          Die Aktionäre des Billigfliegers Ryanair haben die Konzernspitze auf der Hauptversammlung abgestraft. Der Chef des Verwaltungsrats, David Bonderman, erhielt bei der Wiederwahl am Donnerstag nur 70,5 Prozent der Stimmen, nach 89 Prozent im Vorjahr. Das war die zweitniedrigste Zustimmung aller Mitglieder des Gremiums. Vorstandschef Michael O’Leary kam immerhin auf 98,5 (Vorjahr: 99) Prozent. Einige Investoren wie Royal London Asset Management und LAPFF hatten vor dem Aktionärstreffen angekündigt, gegen Bondermans Wiederwahl zu votieren und dies mit dem Umgang des Konzerns mit den Beschäftigten begründet.

          Auch die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Mittwoch an die Aktionäre plädiert, die Führungsspitze auszutauschen. Der britische Pilotenverband Balpa hatte sich ebenfalls dafür ausgesprochen, dass O’Leary und Bonderman gehen. „Wir haben auf jeden Fall deutliche Mehrheiten“, sagte O’Leary mit Blick auf die Zustimmung. Er selbst sei gefragt worden, ob er seinen Vertrag über 2019 hinaus verlängern werde und er beabsichtige dies zu tun. „Ich habe keine Ahnung, wann ich genug gehabt haben werde“, sagte er.

          Die irische Fluggesellschaft liegt europaweit mit Piloten und Flugbegleitern im Clinch über Löhne und Arbeitsbedingungen. Am 28. September wollen die Flugbegleiter in Spanien, Italien, Portugal, Belgien und den Niederlanden erneut die Arbeit niederlegen. Zudem bezeichnete der Pilotenverband in Belgien ein Ryanair-Angebot als unannehmbar und will sich am Ausstand Ende des Monats beteiligen.

          O’Leary bekräftigte seine Drohung, dass man in Deutschland Kapazitäten abbauen werde, sollten sich die Gewerkschaften weiter unnachgiebig zeigen. Aber Ryanair tue dies nicht gern. Der Konzern hat anders als angekündigt kurz vor Beginn der Hauptversammlung Journalisten doch noch zugelassen. 

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