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Umweltpolitik : Klage gegen Pestizid-Verbot zum Schutz von Bienen

  • Aktualisiert am

Gefährdete Art: die Bienen sterben in Scharen, woran das liegt, ist noch unklar. Bild: dpa

Die Europäische Union hat im April drei Pestizide verboten, weil sie als schädlich für Bienen gelten. Nun wehrt sich der Schweizer Hersteller Syngenta vor Gericht dagegen.

          Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat bei der EU-Kommission Klage gegen das Verbot eines ihrer Pflanzenschutzmittel eingereicht, das nach Angaben der EU ein Risiko für Bienen darstellt. Die Entscheidung der Kommission habe sich auf ein „fehlerhaftes Verfahren sowie eine ungenaue und unvollständige Prüfung“ durch die  Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gestützt.

          Sie sei zudem nicht von allen Mitgliedstaaten unterstützt worden, teilte Syngenta in Zürich mit. Ursache für das Bienensterben in Europa sei nicht das Pflanzenschutzmittel, sondern „laut Experten Krankheiten, Viren, schwindender Lebensraum sowie mangelnde Nahrung“.

          Im April hatte sich eine Mehrheit der Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, für das Verbot dreier sogenannter Neonikotinoiden ausgesprochen, die für das Massensterben der europäischen Bienenpopulation verantwortlich gemacht werden. Von Dezember an dürfen die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nicht mehr für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle verwendet werden.

          Bienensterben in Europa

          Für ihre Entscheidung stützte sich die EU-Kommission auf eine Prüfung der EFSA, die Mitte Januar Risikobewertungen für diese Pflanzenschutzmittel veröffentlichte. Die EFSA wies unter anderem darauf hin, dass die Staubentwicklung von behandeltem Saatgut für Bienenvölker gefährlich werden kann.Die Sperre gilt zunächst für zwei Jahre, in denen mögliche Auswirkungen des Verbots wissenschaftlich untersucht werden sollen, bevor die Maßnahme abermals auf den Prüfstand kommt.

          Von dem Verbot betroffen sind Syngenta und der Chemiekonzern Bayer. Syngenta-Chef John Atkin sagte am Dienstag, sein Unternehmen würde lieber auf rechtliche Schritte verzichten, „doch leider bleibt uns keine andere Wahl, denn wir sind überzeugt, dass die EU-Kommission sich irrt, wenn sie Thiamethoxam mit der Verschlechterung der Bienengesundheit in Verbindung bringt“.

          Imker in Europa hatten in den vergangenen Jahren immer wieder über ungewöhnliche Fälle von Bienensterben berichtet. Unter anderem in Frankreich, Deutschland und Italien hatte das plötzliche Absterben großer Honigbienenvölker für Schlagzeilen gesorgt. Umweltschutzorganisationen fordern schon länger, bestimmte Pestizide zu verbieten.

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