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Klage erhoben : Lufthansa-Verantwortlicher führte herabwürdigende Mitarbeiter-Liste

  • Aktualisiert am

Mit der teils herabwürdigenden Mitarbeiter-Liste hat die Lufthansa kein gutes Bild von sich gezeichnet. Bild: REUTERS

Die Lufthansa musste sich entschuldigen, trotzdem ist in Frankreich Klage gegen das Unternehmen erhoben worden: Ein Chef führte eine Liste mit herabwürdigenden Kommentaren über Mitarbeiter und betitelte sie als „nicht so schlau“ oder „unbrauchbar“.

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          Wegen einer herabwürdigenden Mitarbeiter-Liste ist in Frankreich Klage gegen die Lufthansa und einen leitenden Angestellten des Unternehmens eingereicht worden.  Wie erst jetzt bekannt wurde, reichten die Gewerkschaft Unsa Transport und ein Gewerkschaftsvertreter die Klage bereits Anfang November in Bobigny bei Paris ein. Der Vorwurf laute auf „Angriff auf das Persönlichkeitsrecht“, bestätigte der Anwalt der Kläger,  Olivier Villevieille, einen Bericht der Zeitung „Le Parisien“.

          Bei der Liste handele es sich um ein deutschsprachiges,  fünfseitiges Dokument, das durch Zufall auf dem Schreibtisch eines Lufthansa-Verantwortlichen auf dem Pariser Flughafen Roissy gefunden worden sei. Sie enthalte die Namen von rund 50  Mitarbeitern und leitenden Angestellten und zusätzlich wertende, meist negative Kommentare.

          „Nicht so schlau“, „schusselig“, „unbrauchbar“

          Auf der Liste stehen Kommentare wie „nicht so schlau“, „schusselig“ oder „unbrauchbar“. Neben den Namen von Gewerkschaftsvertretern stehen  Klassifizierungen wie „Feldwebel“ oder „Ewiggestriger“ oder der Kommentar „hat Streik angezettelt“. Auch Angaben über eine angebliche HIV-Infektion, das Aussehen und das Privatleben tauchen demnach auf.

          Die Lufthansa bestätigte auf Anfrage die Existenz des Dokuments. Das Unternehmen bedauere den Vorfall, eine derartige Liste widerspreche den Werten des Unternehmens, sagte ein Sprecher. Die Lufthansa habe disziplinarische Maßnahmen eingeleitet und den Mitarbeiter versetzt.

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