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Kirch-Prozess : Der Deutschen Bank droht noch mehr Unheil

  • Aktualisiert am

Guido Kotschy ist der vorsitzende Richter im Prozess zwischen Kirch-Erben und der Deutschen Bank. Bild: dpa

Die Deutsche Bank hat nicht nur Probleme mit Steuerfahndern, sondern auch mit der Pleite von Medienunternehmer Leo Kirch. Vor Gericht wird verhandelt - jetzt sagt der Richter: Er glaubt der Bank nicht.

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          Die Deutsche Bank muss im Prozess mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch weiter eine Niederlage und als Folge Schadenersatzzahlungen fürchten. Auch nach der Vorlage neuer Schriftsätze hält das Oberlandesgericht München die Darstellung der Bank zu einem umstrittenen Interview ihres früheren Vorsitzenden Rolf Breuer über die Finanzlage Kirchs für nicht plausibel, wie der Vorsitzende Richter Guido Kotschy am Freitag sagte. „Wir haben eine andere Einschätzung des Sachverhaltes nach der Beweisaufnahme“, sagte Kotschy zu den Ausführungen der Bank. Vielleicht fällt noch am Freitag ein Urteil - ob es tatsächlich kommt, ist noch nicht klar.

          Der inzwischen verstorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte der Bank zeitlebens vorgeworfen, am Untergang seines Konzerns schuld zu sein. In dem seit gut zehn Jahren tobenden Rechtsstreit verlangte er mehr als zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Seine Erben haben den Rechtsstreit fortgesetzt.

          Hat der damalige Deutsche-Bank-Chef Kirchs Pleite verursacht?

          Der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer hatte 2002 wenige Wochen vor dem Zusammenbruch der Gruppe in einem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt. Er sagte,, „was alles man darüber lesen und hören kann“ wollten die Banken Kirch kein Geld mehr geben. Kirch erhielt danach tatsächlich keine weiteren Kredite und musste Insolvenz anmelden. Für Kirch war dies der Auslöser. Breuer und die Bank weisen dies zurück. Der frühere Bankchef nahm am Freitag nicht an der Sitzung teil.

          Ein Anwalt der Deutschen Bank verteidigte sie: Kirch wäre ohnehin pleitegegangen. Breuer habe damals nur „allgemein bekanntes“ gesagt, sagte der Anwalt. Eine Verpflichtung zur Verschwiegenheit habe deswegen trotz einer Kundenbeziehung zu einer Firma der Kirch-Gruppe nicht bestanden. Das Oberlandesgericht München wollte zunächst „über das bisherige Prozessergebnis mündlich weiterverhandeln“.

          In der vorherigen Sitzung Mitte November hatte das Gericht einen Schaden bei Kirch zwischen 120 Millionen Euro und 1,5 Milliarden Euro beziffert.

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