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Kinokomödie : Hollywood dreht Film über Google

Freizeit oder Arbeit? Der Campus von Google in Mountain View Bild: Frederic Neema/laif

Nach Facebook wird der nächste Konzern aus dem Silicon Valley zum Stoff für einen Kinofilm: Google. Eine Komödie über die vielleicht attraktivsten Praktikumsplätze der Welt.

          4 Min.

          Allem Gerede von der ausgebeuteten „Generation Praktikum“ zum Trotz: Es gibt noch Unternehmen, die ihre Praktikanten auf Händen tragen. Der Internetkonzern Google ist so ein Beispiel. Google ist berühmt dafür, alle Mitarbeiter nach Strich und Faden zu verwöhnen, mit Annehmlichkeiten von Gratiskantinen über Massagen und Yogakurse bis zur Wäschereinigung. Auch Praktikanten verspricht Google auf seiner Internetseite nicht nur wertvolle Erfahrungen und Einblicke in die Unternehmenskultur, sondern zugleich „köstliches Essen“. Mit Ausnahme der Krankenversicherung hätten Praktikanten Anspruch auf die gleichen Leistungen wie festangestellte Beschäftigte, heißt es.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Selbst die Bezahlung ist stattlich: Nach einer Studie des Analysedienstes Glassdoor bringt ein Google-Praktikum für angehende Softwareentwickler mehr als 6400 Dollar im Monat, in anderen Bereichen immerhin knapp 5800 Dollar. Die Zahlen basieren auf Befragungen von Praktikanten. Einer der Studienteilnehmer sagte: „Google behandelt seine Praktikanten sogar noch besser als seine Vollzeitmitarbeiter.“ Dafür müssen sich Bewerber für die Plätze in den Vorstellungsgesprächen auf knifflige Fragen einstellen. Ein Beispiel laut Glassdoor: „Wie viele Tischtennisbälle passen in einen Bus?“

          Hollywood hat seine Faszination für das Silicon Valley entdeckt

          Die Google-Praktika werden nun zum Stoff für einen Hollywood-Film. Das Komödiantengespann Vince Vaughn und Owen Wilson („Die Hochzeits-Crasher“) findet sich in „The Internship“ auf der Straße wieder, nachdem ihr Job durch die digitale Revolution überflüssig geworden ist. Ausgerechnet ein Praktikum bei dem Internetkonzern, der selbst reihenweise Geschäftsmodelle obsolet gemacht hat, soll einen beruflichen Neuanfang bringen. Der Haken dabei: Die zwei Mittvierziger konkurrieren mit lauter jungen Superhirnen um die begehrten Praktikumsstellen. Entsprechend fehl am Platz wirken sie in der Vorschau auf den Film, etwa wenn sie hilflos zusehen, in welch schwindelerregendem Tempo ihre Rivalen mit einem Zauberwürfel hantieren. Der Film kommt im Juni in die amerikanischen Kinos, in Deutschland unter dem Titel „Generation Praktikum“ im September.

          Hollywood hat offenbar seine Faszination für das Silicon Valley entdeckt. Google ist nun nach Facebook die zweite prominente Adresse aus der kalifornischen Technologieregion innerhalb weniger Jahre, die in einem Film verewigt wird - und wird nicht die letzte bleiben. Zwei Kinoproduktionen über den 2011 gestorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs sind in Vorbereitung. Der Facebook-Film „The Social Network“ wurde 2010 zu einem unerwarteten Erfolg sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum. Es war freilich eine ganz andere Materie, als es nun die harmloser erscheinende Google-Komödie sein wird.

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