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F.A.Z. exklusiv : KfW-Neubauförderung kommt frühestens März

Für Bauwillige und die Bauindustrie ist die Verzögerung eine weitere schlechte Nachricht. Bild: dpa

Keine gute Nachricht für Bauwillige: Die überarbeitende Neubau-Förderung des Bundes wird sich verzögern. Die Bauindustrie warnt vor einer „kompletten Bauchlandung“.

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          Wer bauen und will und staatliche Förderung nutzen, muss sich noch bis mindestens März gedulden. Dann erst sollen die überarbeitenden Programme des Bundes nach Information der F.A.Z. bei der Förderbank KfW bereit stehen. Ein Sprecherin der zuständigen Bundesbauministeriums bestätige auf Nachfrage nur einen avisierten Start im zweiten Quartal. Sie versicherte aber, dass bis dahin die bereits stark abgespeckte alte Förderung weiterlaufen wird.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Für Bauwillige und die Bauindustrie ist die Verzögerung eine weitere schlechte Nachricht. Nicht nur dass die Inflation und Knappheit die Baupreise treiben, nun hält die Verunsicherung über die Fördermöglichkeiten noch ein weiteres viertel Jahr an.

          KfW an vielen Stellen gefragt

          Von Januar an wird das Bundesbauministerium unter Ministerin Klara Geywitz (SPD) die Neubauprogramme verantworten. Das weit größere Förderbudget für Sanierungen verbleibt im Wirtschaftsministerium. Dass die neuen Förderprogramme nicht schneller kommen, liegt nach Einschätzung aus der Branche nicht nur an diesem Wechsel. Die KfW werde derzeit wegen der laufenden Notprogramme an vielen Stellen stark gefragt und sei schlicht überfordert, heißt es.

          Unter Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte die Bundesregierung die Neubauförderung Anfang des Jahres mit Verweis auf zu schwache energetische Vorgaben erheblich eingegrenzt. Tatsächlich Geld vom Staat bekomme heute nur noch, wer ein Effizienzhaus der „Nachhaltigkeitsklasse 40“ baut, das also nur 40 Prozent der Energie eines Standardhauses verbraucht. Welche Neubauten künftig gefördert werden, ist seit Monaten offen. Klar ist nur, dass das neue Förderbudget mit einer Milliarde Euro in Summe bald an seine Grenzen kommen dürft. Zumal bislang „nur“ 350 Millionen Euro zur Förderung von Wohneigentum vorgesehen sind, 650 Millionen für Mehrgeschossbauten.

          Dass endlich Klarheit über die „Förderkulisse“ herrscht, ist eine der wichtigsten Forderungen der Bauwirtschaft. Vor dem heutigen Treffen der Landesbauminister in Berlin dringt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) zudem auf eine Aufstockung der Fördermittel und steuerliche Erleichterungen in Form einer Sonderabschreibung. Die Auftragseingänge seien im Jahresvergleich um ein Viertel gesunken, sagte HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller der F.A.Z. Ohne die im Koalitionsvertrag versprochene Investitionsoffensive drohe eine „komplette Bauchlandung“. Das von Bauministerin Geywitz ausgegebene Ziel, 400 000 Wohnungen im Jahr zu bauen, werde wieder verfehlt.

          Müller geht davon aus, dass die Zahl dieses Jahr sogar unter die 300.000 des Vorjahrs fallen könnte. Die angekündigte eine Milliarde Euro Unterstützung kompensiere nicht einmal die Mehrkosten für Kredite und Material.

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