https://www.faz.net/-gqe-8d50k

KfW : Staatsbank macht mehr Gewinn als die private Konkurrenz

  • Aktualisiert am

Mehr als 2 Milliarden Euro Gewinn hat die KfW wohl im vergangenen Jahr 2015 gemacht. Bild: dpa

Die Förderbank KfW verdient Milliarden. Schon wieder hat sie Konkurrenten wie Deutsche Bank und Commerzbank deutlich abgehängt.

          2 Min.

          Die staatliche Förderbank KfW stellt die private Konkurrenz in den Schatten. 2015 dürfte der Konzerngewinn auf mehr als zwei Milliarden Euro gestiegen sein, wie Vorstand Günther Bräunig am Mittwoch zum traditionellen Jahresauftakt in Frankfurt signalisierte. Er vertritt derzeit den erkrankten Bankchef Ulrich Schröder.

          Details zum Ergebnis wollte Bräunig zwar noch nicht verraten. Er betonte aber, die Frage sei zuletzt nur noch gewesen, ob man diese Marke reiße oder nicht: „Aus heutiger Sicht sieht es eher danach aus, dass wir die Zahl von oben sehen.“ Schon nach neun Monaten hatte der Gewinn mit 1,7 Milliarden Euro deutlich über dem Ergebnis des gesamten Vorjahres von 1,5 Milliarden gelegen.

          „Wir sind zuversichtlich“

          Nach Bilanzsumme ist die KfW wegen ihres großvolumigen Fördergeschäfts die drittgrößte Bank in Deutschland hinter der Deutschen Bank und der Commerzbank. Wenn es um den Gewinn geht, eilt sie ihnen davon. Die Deutsche Bank fuhr im vergangenen Jahr wegen diverser Sonderlasten einen Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro ein. Für die Commerzbank könnte Analysten zufolge ein Nettogewinn von einer Milliarde Euro herausgekommen sein - die Bilanz wird der scheidende Bankchef Martin Blessing in der kommenden Woche präsentieren.

          Die KfW profitiert davon, dass sie sich mit dem Bund im Rücken besonders günstig am Kapitalmarkt refinanzieren kann, im aktuellen Zinsumfeld quasi umsonst. Dieses Geld reicht sie in Form zinsgünstiger Kredite an Privatkunden und Firmen aus. Insgesamt stieg das Fördervolumen 2015 um sieben Prozent auf 79,3 Milliarden Euro. Der Großteil davon entfällt weiterhin auf das Inlandsgeschäft, weil die Wirtschaft brummt. Die positive Grundstimmung dürfte sich 2016 nicht wesentlich ändern, sagte Bräunig. „Wir gehen zuversichtlich in dieses Jahr.“ Er hofft aber - wieder einmal -, dass die KfW ihr Fördervolumen leicht zurückschrauben kann.

          Ob das gelingt, ist offen. Immer wieder musste die KfW in den vergangenen Jahren in die Bresche springen, wenn der Bund ein Problem zu lösen hatte, wie Kritiker intern klagen. Jüngstes Beispiel: die Flüchtlingskrise. Die KfW stellte insgesamt 1,5 Milliarden Euro als zinslose Darlehen zur Verfügung, um Länder und Kommunen dabei zu unterstützen, Erstunterkünfte zu errichten. Damit entstehen nach offiziellen Angaben bis zu 150.000 Plätze.

          Gleich mehrmals stockte die Förderbank diesen Sondertopf auf, der ursprünglich mit einem Volumen von 300 Millionen Euro gestartet war - zuletzt im Januar. Und schon wieder ist der Rahmen ausgeschöpft, wie Bräunig erklärte. Das habe es in dieser Form noch nie gegeben. Eine weitere Ausweitung werde es aber definitiv nicht geben.

          Stattdessen will die KfW ab diesem Frühjahr in der Flüchtlingshilfe neue Wege gehen und für Nachhaltigkeit sorgen, wie das zuständige Vorstandsmitglied Ingrid Hengster ankündigte. Geplant sind demnach andere zinsgünstige Finanzierungen für Kommunen, um Flüchtlingsunterkünfte baulich so zu gestalten, dass Frauen und Kinder besser geschützt sind. Außerdem sollen bis zu zwei Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau fließen. „Wir denken, dass wir mit dieser Größenordnung zu einer klaren Verbesserung der Situation beitragen können.“ Denn die Wohnungsnot gerade in den Großstädten verschärfe sich durch den Flüchtlingsstrom zusätzlich.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

          Liveblog zum Coronavirus : Von der Leyen: Wiederaufbau ist Generationenprojekt

          EU-Parlament spricht über Wiederaufbaufonds +++ Bundesregierung plant großangelegte Kita-Studie +++ RKI meldet 362 neue Infektionen – 8.215 akute Fälle in Deutschland +++ Frankreich untersagt, Indien empfiehlt Hydroxychloroquin +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.