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720 Stellen in Gefahr : Steht das Kettcar vor dem Aus?

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Kettcar-Modelle aus den Sechziger-Jahren: Hersteller Kettler könnte schon diese Woche den Betrieb einstellen. Bild: dpa

Dem Hersteller des Pedal-Flitzers droht die Insolvenz – schon am Ende der Woche könnte Kettler den Geschäftsbetrieb einstellen. Eine Hoffnung bleibt dem Unternehmen aber noch.

          Für Millionen Deutsche ist der Pedal-Rennwagen Kettcar ein unvergessliches Stück Kindheit: Doch jetzt droht dem Hersteller Kettler das Aus. Wenn es nicht gelinge, kurzfristig eine Zwischenfinanzierung für das angeschlagene Unternehmen sicherzustellen, werde der Geschäftsbetrieb an diesem Freitag eingestellt, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit. Die rund 720 Mitarbeiter würden dann entlassen.

          Kettler hatte bereits im Juli einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Ziel war eine Neuausrichtung mithilfe eines Luxemburger Investors. Der Investor warf allerdings das Handtuch, als die Heinz-Kettler-Stiftung nicht bereit war, seine Forderungen zu erfüllen.

          Das Unternehmen setzt nun letzte Hoffnungen auf einen Moderationsversuch des Landes Nordrhein-Westfalen, zu dem alle Beteiligten einschließlich der Stiftung nach Düsseldorf eingeladen wurden. Dabei dürfte es hauptsächlich um eine Brückenfinanzierung gehen, die es dem Unternehmen erlauben soll, weitere Gespräche mit möglichen Investoren zu führen.

          Der Heinz-Kettler-Stiftung kommt dabei nach Angaben des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums eine Schlüsselrolle zu. Um jetzt überhaupt noch einen neuen Investor zu finden und damit den Erhalt des Unternehmens zu ermöglichen, sei „eine sofortige Entscheidung der Kettler-Stiftung über die Höhe des von ihr zu leistenden Beitrags zwingend erforderlich“, hieß es im Ministerium.

          Eine Reaktion der Vertreter des Stiftungskuratoriums auf die Einladung zu einem runden Tisch stand am Dienstagnachmittag nach Angaben des Ministeriums aber noch aus. „Ohne Einbeziehung des Kuratoriums erscheint eine Lösung allerdings nicht realistisch“, sagte ein Behördensprecher. „Wir hoffen, dass letztlich im Interesse des Unternehmens alle Beteiligten doch noch zu einer kooperativen Haltung finden können.“ Von der Stiftung selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

          Kettler kämpft seit Jahren ums Überleben. Schon 2015 hatte es erstmals Insolvenz anmelden müssen. Doch gelang nach dem Abbau von rund 200 Stellen und dem Verkauf der Fahrradsparte ein Neuanfang. 2017 sorgte dann ein tödlicher Autounfall der Kettler-Erbin, Karin Kettler, für neue Turbulenzen.

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