https://www.faz.net/-gqe-91qke

Kengeter-Affäre : Deutsche Börse für Deal mit Staatsanwaltschaft

  • Aktualisiert am

Gegen Kengeter wird wegen eines Aktiengeschäfts aus dem Dezember 2015 ermittelt Bild: dpa

Die Deutsche Börse stimmt in der Affäre um mutmaßliche Insidergeschäfte ihres Vorstandschefs Carsten Kengeter einem Deal mit der Staatsanwaltschaft zu. 10,5 Millionen Euro kostet die Einigung.

          Die Deutsche Börse will mit der Zahlung einer Strafe von 10,5 Millionen Euro das Ermittlungsverfahren gegen ihren Konzernchef Carsten Kengeter aus der Welt schaffen. Aufsichtsrat und Vorstand hätten sich dazu entschieden, eine entsprechende Verständigung mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt zu suchen, teilte die Deutsche Börse am späten Mittwochabend mit. Die in Aussicht gestellten Geldbußen im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen angeblichen Insiderhandels und einer angeblich unterlassenen Mitteilung wolle das Unternehmen akzeptieren, hieß es.

          Es teile die Vorwürfe zwar nach wie vor nicht, habe sich aber im Sinne des Unternehmenswohls dazu entschlossen. Eine Belastung durch Ermittlungsverfahren für den Konzern solle so vermieden werden. Die Ermittlungen gegen Kengeter dürfte gegen Auflagen eingestellt werden, hieß es weiter vom Unternehmen.

          Gegen Kengeter wird wegen eines Aktiengeschäfts aus dem Dezember 2015 ermittelt - das war gut zwei Monate bevor der geplante und letztlich gescheiterte Zusammenschluss mit der Londoner Börse (LSE) öffentlich gemacht worden war. Der Vorwurf ist, dass der Manager bereits im Sommer 2015 entsprechende Gespräche mit der LSE geführt hatte und in diesem Wissen in großem Stil Deutsche-Börse-Aktien kaufte. Der Aufsichtsrat der Börse hatte die Vorwürfe als haltlos bezeichnet.

          Kengeters Zukunft als Börsenchef gilt als eng verknüpft mit dem Ausgang der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Sein Dreijahresvertrag, der am 31. März 2018 ausläuft, wurde vom Aufsichtsrat bislang nicht verlängert. Nun hieß es von der Deutschen Börse, das Gremium entscheide erst über die Vertragsverlängerung wenn die Staatsanwalt ihre Ermittlungen und die Bafin ihre Prüfung abgeschlossen hätten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Der Exosuit : Was uns nach den E-Tretrollern erwartet

          Noch hat sich Deutschland nicht an die E-Tretroller gewöhnt, da kommt schon die nächste Innovation aus Amerika: Die E-Buxe könnte den Straßenverkehr revolutionieren oder noch mehr belasten. Eine Glosse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.