https://www.faz.net/-gqe-9s4ls

Gehaltvoller Abschied : Kein Wunder, dass der Ärger über Manager zunimmt

  • -Aktualisiert am

Auch Innogy-Vorstandschef Uwe Tigges geht. Bild: dpa

Eon und Thyssen sind Beispiele für die Selbstbedienungsmentalität deutscher Unternehmenslenker. Das ist schlecht.

          1 Min.

          Die „Synergien“ der Innogy-Übernahme haben ihren Preis: Wenigstens 5000 Mitarbeiter will der Eon-Vorstand nach Hause schicken. Sozialverträglich, wie das so schön heißt, mit Altersteilzeit oder Vorruhestand.

          Wie das genau aussehen soll, muss jetzt mit Betriebsräten und Gewerkschaft ausgehandelt werden. Nach Hause gehen werden auch der Innogy-Vorstandschef Uwe Tigges und drei Vorstandsmitglieder.

          Sie freilich haben mit Hilfe des Aufsichtsrates rechtzeitig vorgesorgt: Wenige Wochen nachdem Eon und RWE im März vorigen Jahres ihren Deal für die Zerschlagung und Aufteilung von Innogy bekanntgegeben hatten, gab es einen ordentlichen Nachschlag für die Vertragslaufzeiten. Für drei Ex-Vorstände wurden die Kontrakte bis Ende März 2022 verlängert, für Tigges und den Personalchef bis zum Frühjahr 2021.

          In Verbindung mit einer Change-of-Control-Klausel winken nun Millionenbeträge. „Sozialverträglich“ sind die allerdings nicht. Schon gar nicht im Ruhrgebiet.

          Hier hat gerade erst Thyssen-Krupp für Schlagzeilen gesorgt, weil binnen eines Jahres gleich zwei Vorstandschefs Millionen zum Abschied mitbekamen, während gleichzeitig 6000 Jobs wegfallen sollen. Kein Wunder, dass der Ärger über die Selbstbedienungsmentalität in der Managerkaste zunimmt. Und über das Versagen von Aufsichtsräten, die tüchtig mitmachen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Ufo streikt wieder bei Lufthansa

          Tarifstreit : Ufo streikt wieder bei Lufthansa

          Die Kabinengewerkschaft Ufo hat einen weiteren Streik der Flugbegleiter im Lufthansa-Konzern angekündigt. Details zum Arbeitskampf sollten kommenden Mittwoch verkündet werden.

          Austragungsort Melbourne versinkt im Rauch Video-Seite öffnen

          „Australian Open“ : Austragungsort Melbourne versinkt im Rauch

          Mehrere Qualifikationsspiele des Tennisturniers „Australian Open“ sind wegen der schlechten Luftqualität vorübergehend unterbrochen worden. Der Rauch der in Australien wütenden Buschbrände hüllte den Austragungsort Melbourne in dichten, grauen Dunst.

          Topmeldungen

          IBMs Quantencomputer „System Q“ ist auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zu sehen.

          Quantencomputer : Die nächste Revolution

          Quantencomputer können Verschlüsselungen knacken, neue Batterien entdecken und an Finanzmärkten Geld verdienen. Und das sind nur die Möglichkeiten, die bisher bekannt sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.