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Kommentar : Streit ohne Sieger

Das FBI kann das iPhone des Bernardino-Attentäters wohl selbst knacken. Der Streit mit Apple geht seinem Ende entgegen. Das bringt den Konzern in Erklärungsnot.

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          Der Streit zwischen dem Elektronikkonzern Apple und der amerikanischen Regierung hat in dieser Woche eine überraschende Wendung genommen: Die Bundespolizei FBI sieht sich nun wohl doch in der Lage, das iPhone eines Attentäters ohne die Hilfe von Apple zu knacken. Eine nicht näher beschriebene „außenstehende Partei“ will einen Weg gefunden haben, das Gerät zu entschlüsseln.

          Das könnte das Ende des erbittert geführten juristischen Gefechts zwischen Apple und der Regierung bedeuten. Die Entschlüsselungsdebatte, die grundsätzliche Fragen von Sicherheit und Privatsphäre berührt, dürfte aber weitergehen. Und keine der beiden Seiten kann sich als Sieger fühlen. Die Regierung muss sich fragen lassen, ob sie den Streit unnötig eskalieren hat lassen, um an einem öffentlichkeitswirksamen Fall ein Exempel zu statuieren.

          Auch Apple ist in Erklärungsnot geraten, denn die mögliche Existenz einer Entschlüsselungsmethode signalisiert, dass die Geräte des Unternehmens vielleicht doch verwundbarer sind, als dies die Debatte der vergangenen Wochen hat vermuten lassen. Das wiederum dürfte ein Ansporn für Apple sein, umso härter an der Verschlüsselung seiner Geräte zu arbeiten. Weitere Auseinandersetzungen mit der Regierung dürften somit nur eine Frage der Zeit sein.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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