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Kein Corona-Einbruch : Weshalb die Allianz der Krise trotzt

Fahnen mit dem Logo der Allianz wehen vor Beginn der Hauptversammlung des Versicherungskonzerns im Münchner Olympiapark. Bild: dpa

Etliche Konzerne legen Horrorbilanzen vor. Der Münchner Versicherer aber verdient weiter Milliarden. Sorgenfrei ist er gleichwohl nicht.

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          Die Corona-Pandemie stößt viele Unternehmen in eine schwere Krise, nicht aber die Allianz. Europas größter Versicherungskonzern steht unter seinem seit fünf Jahren amtierenden Vorstandsvorsitzenden Oliver Bäte solvent und liquide da wie eh und je. Es gibt Geschäftseinbußen und Versicherungschäden, doch sie halten sich in Grenzen.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          „Das Umfeld ist anders, als wir es gewohnt sind, aber die Zahlen sind gut“, sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zur Halbjahresbilanz. Der Italiener in Diensten der Münchner neigt gewiss nicht zur Übertreibung. Und seine Erwartung auf eine bessere zweite Jahreshälfte knüpfte Terzariol vorsichtshalber an die Annahme, dass es keine weitere schwere Corona-Welle geben wird – mit Lockdowns, Betriebsschließungen und dem Ausfall versicherter Großveranstaltungen.

          Nach sechs Monaten legt die Allianz einen operativen Gewinn von beachtlichen 4,9 Milliarden Euro vor, 1,2 Milliarden Euro weniger als im Rekordjahr 2019. Analysten trauen dem Dax-Konzern auf Jahressicht einen operativen Gewinn von rund 10,5 Milliarden Euro zu. Das wären knapp eineinhalb Milliarden weniger als 2019. Der Allianz-Vorstand mied eine neue Ergebnisprognose, nachdem die erste mit Ausbruch der Corona-Krise kassiert wurde. Im vergangenen Jahr hatte Allianz-Chef Bäte für 2020 ein Gewinnziel zwischen 11,5 und 12,5 Milliarden Euro ausgegeben.

          Diesem Wunsch wird die Allianz wohl nachkommen 

          Neue Rekordwerte können Allianz-Aktionäre nicht erwarten. Sie müssen sich aber auch nicht auf allzu Schlimmes gefasst machen. Nicht einmal eine Insolvenzwelle würde den Konzern zu hart treffen. Natürlich würde eine steigende Zahl zu höheren Schäden für den Allianz-Kreditversicherer Euler Hermes führen, sagte Terzariol, fügte jedoch einschränkend hinzu: „Dank unserer guten Portfolioqualität wären wir von einer Insolvenzwelle geringer betroffen als andere.“

          Bild: F.A.Z.

          Besser als der Wettbewerb – so bewerten viele Analysten schon heute die Allianz. Mit ihren Quartalszahlen schnitt sie oberhalb der Erwartungen der meisten Marktbeobachter ab. Ashik Musaddi von der amerikanischen Investmentbank JPMorgan zeigte sich von der Gewinnentwicklung positiv überrascht. Die Allianz sei derjenige unter den großen europäischen Versicherern, der am wenigsten von Corona betroffen sei, erklärte Olivier Pauchaut vom Investmenthaus Bryan Garnier.

          An der Börse hat die Allianz-Aktie die in der Krise erlittenen Kursverluste zum Teil wieder aufgeholt. Am Mittwoch rangierte der Dax-Wert wieder auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Vorstand hatte zuletzt stark um das Vertrauen der Anleger geworben und nach der Hauptversammlung im Mai sogar eine um 7 Prozent auf 9,60 Euro je Aktie erhöhte Dividende ausgeschüttet. Finanzchef Terzariol machte den Anteilseignern am Mittwoch allerdings wenig Hoffnung, dass die Allianz in diesem Jahr den Rückkauf eigener Aktien wieder aufnimmt. Das solle nach der Sommerpause entschieden werden, sagte er. Einem Wunsch der Aktionäre wird die Allianz aber wohl nachkommen und ihren Vorstoß zur Abschaffung verpflichtender Quartalsberichte aufgeben.

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