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Keime in Wurst und Milch : Zeit für mehr Kontrollen!

Nicht ganz dicht: Eine defekte Dichtung in der Molkerei Everswinkel bei Münster ist Grund für verunreinigte Trinkmilch. Bild: EPA

Erst der Skandal um die Wilke-Wurst, nun der umfangreiche Milch-Rückruf: Bund und Länder müssen stärker eingreifen, um den Verbraucher wirkungsvoller zu schützen.

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          Seit Tagen sorgt der Fall des wegen keimbelasteter Wurst geschlossenen Fleischbetriebs Wilke für Aufsehen. Jetzt lenkt ein weiterer Rückruf den Blick auf die Frage, wie sicher unsere Lebensmittel sind. Noch ist unklar, wie viel Milch in den Handel gelangt ist, die möglicherweise mit den Bakterien Aeromonas hydrophila/caviae belastet war.

          Auch verlaufen durch den Befall ausgelöste Magenerkrankungen, wenn sie denn entstehen, in der Regel so leicht, dass nicht einmal Medikamente nötig sind. Und doch zeigt der Fall einmal mehr die Risiken in einem Geschäft mit wachsendem Konkurrenzkampf. Auf der einen Seite sorgt der Preisdruck der Supermarktketten und Discounter, den diese an ihre Lieferanten weitergeben, dafür, dass an allen Stellen die Kosten sinken müssen.

          Die daraus resultierende dünne Personaldecke dürfte in manchem Betrieb die internen Kontrollen erschweren. Gleichzeitig sorgt die Konzentration im Handel dafür, dass auch das Feld der Lieferanten tendenziell auf einige große Betriebe zusammenschrumpft. Tritt dann ein Krisenfall ein, sind sofort viele Händler betroffen. Die öffentliche Überwachung, die oft noch in Hand der Kommunen liegt, ist für dieses Umfeld nicht mehr zeitgemäß. Bund und Länder müssen stärker eingreifen, um den Verbraucher wirkungsvoller zu schützen.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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