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Warenhauskette : Kaufland und Globus dürfen Real-Standorte übernehmen

Hinweisschild auf ein Real-Warenhaus an einer Hauswand Bild: dpa

Die SB-Warenhauskette soll unter Konkurrenten verteilt werden. Doch ist die Konzentration im Lebensmittelhandel in Deutschland schon hoch. Das Bundeskartellamt hat sich für seine Prüfung Zeit gelassen – aus mehreren Gründen.

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          Das Bundeskartellamt hat den Einzelhändlern Kaufland und Globus erlaubt, zahlreiche Standorte der SB-Warenhauskette Real zu übernehmen. Kaufland darf 92 Filialen übernehmen und damit neun weniger als ursprünglich geplant, der Globus Gruppe genehmigten die Kartellwächter den Kauf aller 24 angemeldeten Filialen. Ob die Einzelhändler tatsächlich alle genehmigten Standorte übernehmen können, hängt freilich davon ab, ob sie sich mit den vorigen Vermietern einigen. Der russische Investor SCP Group hatte die gesamten 276 Standorte von Real im Sommer vom Großhändler Metro gekauft und verteilt die SB-Warenhausmärkte nun unter den Konkurrenten. Auch Edeka will 72 Real-Märkte übernehmen, der Antrag wird derzeit noch geprüft.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Für Globus, das bislang 47 SB-Warenhäuser in Deutschland betreibt, würde die Übernahme eine deutliche Expansion bedeuten. Mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro in Deutschland steht die saarländische Kette allerdings deutlich hinter den Lebensmitteleinzelhandelsriesen wie Rewe, Aldi, Edeka oder Lidl, das genauso wie Kaufland zur Schwarz-Gruppe gehört. Die ist mit Abstand Europas größter Lebensmittelhändler und erzielt mit dem Vertriebsnetz von Lidl und den 670 Kaufland-Märkten hierzulande rund 39 Milliarden Euro Umsatz. Deshalb hat sich das Kartellamt den Übernahmeantrag aus Neckarsulm auch genau angeschaut.

          Was ändert sich für Verbraucher?

          Bei Übernahmen im ohnehin schon stark konzentrierten Lebensmittelhandel betrachten die Kartellwächter zwei Märkte auf jeweils regionaler Ebene, nämlich den des Absatzes und der Beschaffung. Sie untersuchen, wie sich eine Übernahme einerseits auf die Wahl der Verbraucher zwischen verschiedenen Lebensmittelhändlern auswirkt und wie es andererseits die Lieferanten betrifft. Anhand von Daten des Kundenkartenanbieters Payback hat das Kartellamt ermittelt, aus welchem Gebiet die Kunden von den jeweiligen Real-Standorten kommen, und dort den Wettbewerb zwischen SB-Warenhäusern, Supermärkten und Bioläden untersucht und zudem Verbraucher nach ihrem Kaufverhalten befragt.

          An den Orten, wo der gemeinsame Marktanteil der Schwarz-Gruppe inklusive der Real-Standorte mehr als 35 Prozent übersteigt, hat das Kartellamt zudem die Wettbewerbsverhältnisse genauer geprüft. Auch wegen solcher vertiefter Prüfungen hatte die Behörde die Entscheidungsfrist mehrfach verlängert – beim Kartellamt eingegangen war das Fusionsvorhaben schon Anfang Juni. Im Ergebnis verzichtet Kaufland nun auf neun Standorte. „In den betroffenen regionalen Märkten wären sonst die Ausweichmöglichkeiten und der Wettbewerb zu stark beeinträchtigt worden“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Dienstag.

          Auf der Beschaffungsseite musste vor allem der Verkäufer Bedingungen erfüllen. „Die Schwarz-Gruppe baut durch die Übernahme ihre starke Marktposition beim Einkauf von Lebensmitteln weiter aus“, sagte Mundt. Drei Viertel des Lebensmittelabsatzes der Hersteller landen im Lebensmitteleinzelhandel, und dabei machen die vier großen Handelsketten mehr als 85 Prozent aus. Mit seinen 7 Milliarden Euro Umsatz stand Real nur für einen Beschaffungsanteil von 5 Prozent. Gleichwohl musste SCP sich nun dazu verpflichten, Real-Standorte mit einem Beschaffungsvolumen von insgesamt mindestens 200 Millionen Euro an mittelständische Lebensmitteleinzelhändler zu verkaufen. „Nach dem Verlauf des Veräußerungsprozesses war nicht davon auszugehen, dass mittelständische Händler ohne die Einflussnahme des Bundeskartellamtes überhaupt Standorte hätten erwerben können“, sagte Mundt.

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