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Warenhauskette : Kaufland und Edeka schnappen sich Real-Märkte

In einem Real-Markt in Bielefeld Bild: dpa

Nachdem der Großhändler Metro sich von Real getrennt hat, werden die Warenhäuser nun an Einzelhändler weitergereicht. Das Interesse an den Märkten war schon größer – die Beschäftigten sind verunsichert.

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          Die Handelsketten Kaufland und Edeka wollen insgesamt 141 Real-Märkte von dem Immobilieninvestor SCP Retail Investments übernehmen. Kaufland, das wie Lidl zum größten deutschen Handelskonzern, der Schwarz-Gruppe gehört, hatte ursprünglich Interesse an mehr als 100 Märkten angemeldet und übernimmt nun 88 der Warenhäuser. Edeka, das schon in einem früheren Verkaufsstadium Interesse an 87 Standorten angemeldet hatte, will nun nur noch 53 Märkte kaufen. Über den Preis sprechen die Parteien nicht, der Verkauf muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Der Investor SCP hatte zuvor gemeinsam mit dem Immobilienunternehmen X+Bricks dem Großhändler Metro das SB-Warenhausgeschäft mit allen 276 Real-Märkten, den 80 Immobilien und dem gesamten Online-Geschäft für 300 Millionen Euro abgekauft. Das Ziel des Investors ist es, den Großteil an andere Einzelhändler weiterzugeben. Ein Kern der Märkte soll für mindestens zwei Jahre unter dem Namen Real weitergeführt werden, weiterhin behält sich SCP vor, die sehr großen Flächen von Real-Märkten aufzuteilen, um sie besser an Händler weiterverkaufen zu können.

          Viele der gut 34.000 Beschäftigten bangen deshalb um ihre Stellen, die Gewerkschaft Verdi hat den Verkaufsprozess scharf kritisiert. Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Käufer die Angestellten zu schlechteren Konditionen beschäftigen wollen oder sie durch lange Umbaumaßnahmen oder Schließungen gar nicht übernehmen wollen.  Auf jeden Fall geschlossen werden sollen 30 Märkte, wie die SCP-Gruppe am Dienstag abermals bekräftigte.

          Der Verkauf der Real-Märkte hatte sich mehr als anderthalb Jahre hingezogen: Metro-Chef Olaf Koch hatte zunächst mit X+Bricks und dem Immobilieninvestor Redos verhandelt. Dann schloss Metro eine Exklusivvereinbarung mit Redos ab. Während im Hintergrund die Gespräche liefen, meldeten Händler wie Edeka oder Tegut Interesse beim Kartellamt an den ersten Märkten an. Doch die Gespräche platzten, weshalb Metro Ende des vergangenen Jahres wieder mit X+Bricks und der SCP Gruppe verhandelte. Die Metro wollte sich von dem lange defizitären Warenhausgeschäft trennen, um sich künftig stärker auf den Großhandel zu konzentrieren.

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