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Eisenbahntechnik : Siemens profitiert vom Alstom-Aktionismus

In München gibt man sich gelassen. Bild: Bloomberg

Mit dem Kauf von Bombardier durch die Franzosen könnte eine Marktmacht entstehen – und den deutschen Konkurrenten an die Wand drücken. Doch zweifelt nicht nur Siemens, dass Brüssel grünes Licht gibt.

          5 Min.

          Ein Gigant in der Bahntechnik formiert sich – und im Hause Siemens schüttelt man den Kopf. Offiziell äußert sich der Konzern nicht zur angekündigten Übernahme von Bombardier durch den Konkurrenten Alstom aus Frankreich. Man gibt sich in München gelassen: Die Sparte Siemens Mobility sei gut aufgestellt und komme allein zurecht, ist zu hören. Und Siemens-Chef Joe Kaeser ist nie müde geworden, zu betonen: „Wir fühlen uns auch ,Stand alone‘ sehr wohl.“

          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.
          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Doch hinter vorgehaltener Hand hört sich das anders an. Es ist eine gewisse Fassungslosigkeit zu vernehmen. Ebenso sind Begriffe wie „absurd“ zu hören, die die neuen Verhältnisse umschreiben sollen – immer vorausgesetzt natürlich, es kommt zu der Transaktion. Der Blick ist auf Brüssel gerichtet und weniger auf Paris. Es ist genau ein Jahr her, dass der im September 2017 angekündigte Zusammenschluss von Siemens Bahntechnik – Hersteller des Hochgeschwindigkeitszuges ICE – mit der französischen Alstom – Hersteller des TGV – am Veto der Kartellhüter unter Kommissarin Margrethe Vestager scheiterte. Selbst für Fachleute fiel die Absage überraschend harsch aus. Und nun wollen ausgerechnet Alstom und Bombardier gemeinsame Sache machen?

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