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Beschwerde von Bauern : Katjes-Werbespot kann weiter gesendet werden

Die Kampagne von Katjes provoziert. Bild: YouTube/Katjes/Screenshot F.A.Z.

Kühe wie Soldaten, im Gleichschritt marschierend, vor Anstrengung schwingende rote Euter. Mit dem Werbespot provoziert der Süßwarenhersteller Katjes Bauernverbände. Der Werberat findet, die Kampagne sei nicht zu beanstanden.

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          Der Werbespot von Katjes für seine vegane Schokolade kann weiter gesendet werden und ist nicht zu beanstanden. Das hat das Entscheidungsgremium des Deutschen Werberates am Donnerstag entschieden.

          Svea Junge

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Werbemaßnahme stelle Massentierhaltung zwar einseitig und überspitzt in düsteren Farben dar, teilte der Werberat mit. „Jedoch handelt es sich hierbei um für Werbung typische Stilelemente.“ Deren Einsatz sei grundsätzlich von der Meinungsfreiheit gedeckt, „soweit hierdurch nicht die Rechte anderer z. B. durch pauschale Herabwürdigungen bzw. Verunglimpfungen verletzt werden“. Das sei in diesem Fall nicht gegeben.

          Der Bayerischen Bauernverband und das Landvolk Diepholz hatten beim Werberat eine Beschwerde eingereicht. Kühe würden als „Milchmaschinen“ bezeichnet und Tierhaltern die Ausbeutung ihrer Kühe unterstellt. Das sei „diskriminierend und ungerechtfertigt“. Katjes zeichne aus geschäftlichen Absichten ein völlig falsches Bild von der Milchviehhaltung in Bayern und Deutschland, heißt es weiter. Der Vorsitzende des Landvolks Diepholz, Theo Runge, kritisiert, der Spot diffamiere alle Landwirte: „Die landwirtschaftlichen Betriebe sind zu hohen Standards im Tierschutz verpflichtet.“ Er fordert eine Entschuldigung von Katjes und die Verbreitung des Werbespots einzustellen.

          Kühe wie Soldaten

          In dem Comic-Spot wurden Kühe wie Soldaten, im Gleichschritt marschierend, dargestellt. Vor Anstrengung schwingen rote Euter im Takt des Marsches. „Jedes Leben ist wertvoll und Kühe sind keine Milchmaschinen, auch nicht für Schokolade“, sagt eine Frauenstimme.

          In den sozialen Netzwerken sorgte das Video für Diskussionen. Auf Youtube kommentierte ein Nutzer: „Respekt. Einfach klasse.“ Ein anderer Nutzer fand dagegen, es sei „absolut unerträglich, wie ihr in eurer Werbung mit ‚Nazi-Comic-Ästhetik‘ einen ganzen Wirtschaftszweig propagandistisch missbraucht und in den Dreck zieht, nur um das eigene Produkt zu hypen.“

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