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Kartendienst : Autohersteller drohen Nokia

Nokias Kartendienst tritt mit seinen virtuellen Karten gegen den Dienst von Google (hier im Bild) an. Bild: Picture-Alliance

Nokia will seinen Kartendienst verkaufen. BMW, Daimler und Audi bieten gemeinsam. Nach Informationen der F.A.Z. haben sie vereinbart, mit dem Kartendienst keinerlei Geschäfte mehr zu machen, sollte jemand anderes den Zuschlag erhalten.

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          Der Übernahmekampf um Nokia-Here, den Anbieter digitaler Straßenkarten, eskaliert. Wie aus Kreisen der Industrie zu hören ist, haben die in einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossenen Autohersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz vereinbart, mit Nokia-Here keinerlei Geschäfte mehr zu machen, sollte jemand anderes den Zuschlag erhalten. Der finnische Mutterkonzern Nokia bietet seine Tochtergesellschaft zum Kauf an.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Wie das Verfahren abgewickelt werden soll, ist noch unklar. Offenbar denkt Nokia nun auch darüber nach, in eine Auktion zu gehen, denn die Zahl der Interessenten scheint groß. Neben dem Auto-Trio werden unter anderen auch das soziale Netzwerk Facebook oder der Mitfahrdienstleister Uber genannt. 

          „Wenn wir den Zuschlag nicht erhalten, beenden wir die Geschäftsbeziehung. Es ergibt für uns keinen Sinn, einen Konkurrenten zu stärken“, heißt es von den deutschen Herstellern.

          Sie stehen dem Vernehmen nach für 30 Prozent der Einnahmen von Nokia-Here. Audi, BMW und Mercedes haben gemeinsam rund 2 Milliarden Euro geboten, rechnen aber damit, weiteres Geld investieren zu müssen, das Nokia-Here nicht auf stabilen Füßen stehe. Ihr Interesse begründet sich in dem als bedeutendes Zukunftsfeld identifizierten autonomen Fahren. Um Autos ganz oder teilweise allein fahren zu lassen, sind präzise Daten von Umfeld und Topographie unerlässlich. Neben Nokia-Here bieten die derzeit in verwertbarem Maße nur Google und Tom Tom an.

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