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EU-Kommission prüft : Kartellwächter zu Besuch bei BMW

Zentrale des Autobauers BMW in München Bild: dpa

Mitarbeiter der EU sichteten und kopierten Unterlagen in der BMW-Zentrale in München und sie befragten Angestellte des Konzerns. Darum geht es.

          1 Min.

          BMW hat in dieser Woche Besuch von Mitarbeitern der Europäischen Kommission erhalten. Die Ermittler sichteten und kopierten Unterlagen und sie befragten auch BMW-Mitarbeiter – denn gegen den Münchner Autohersteller sind wie gegen Daimler und den Volkswagen-Konzern kartellrechtliche Vorwürfe bekannt geworden. Sie sollen sich unter anderem über die Abgasnachbehandlung ihrer Dieselautos abgesprochen haben.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Anders als Daimler und VW hat BMW keine wie auch immer geartete Selbstanzeige abgegeben. Ein Unternehmenssprecher bestätigte an diesem Freitag den Besuch der Kartellwächter und sprach von einer „Nachprüfung“. Wichtigstes Ergebnis aus Sicht des Konzerns: „Die Europäische Kommission hat gegen die BMW Group kein formelles Verfahren eingeleitet.“

          Auch blieb BMW bei der Aussage, die eigenen Diesel nicht manipuliert zu haben. Für das Unternehmen sei „in diesem Zusammenhang die klare Unterscheidung zwischen möglichen Verstößen gegen das Kartellrecht und einer unzulässigen Manipulation der Abgasreinigung“ wichtig, hieß es.

          Um die Kartellvorwürfe zu untersuchen, hat bei BMW vor rund 100 Tagen ein internes Team aus der Rechtsabteilung, Compliance und Konzernrevision seine Arbeit aufgenommen. Unterstützt wird es von einer internationalen Anwaltskanzlei. Da die möglichen Absprachen der deutschen Autohersteller mitunter viele Jahre zurückliegen, wird mit einer langen Aufarbeitung gerechnet.

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