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Kartelle : Haben Schlecker-Lieferanten zu viel kassiert?

Im Jahr 2012 waren die Schlecker-Regale noch voll. Bild: dapd

Es geht um Zucker und Waschmittel, um Schokolade und Kaffee: Vielleicht hat Schlecker dafür zu viel bezahlt. Da könnte eine schöne Überraschung für die Schlecker-Frauen warten.

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          Seit vier Jahren schon ist Schlecker insolvent, doch der Fall ist längst nicht abgeschlossen. Rund eine halbe Milliarde Euro Forderungen stehen im Raum, und die Gläubiger können sich Hoffnungen machen, weil der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz systematisch nach Möglichkeiten sucht, noch Geld zur Befriedigung von Forderungen aufzutreiben. Jetzt müssen sich einige Markenartikler darauf gefasst machen, von Geiwitz vor Gericht gezogen zu werden, denn über Jahre hinweg haben sie wohl zu viel berechnet für Zucker und Schokolade, Waschmittel und Kaffee.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          Dabei geht es nicht um kleines Geld, sondern um mehrere hundert Millionen Euro. Mit Hilfe des Kartellrechts hofft der Stuttgarter Insolvenzverwalter Geiwitz, die Lieferanten zur Rückzahlung zu bewegen. Grundlage sind abgeschlossene Kartellverfahren, durch die Konsumgüterhersteller schon zu Strafen verurteilt wurden. Nachdem Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter und den Herstellern nicht zu einer außergerichtlichen Einigung geführt haben, plant Geiwitz nun den Rechtsweg einzuschlagen und Schadensersatz einzuklagen.

          Der Prozess kann Jahre dauern

          Weil wichtige Fristen im Juni verjähren, steht der Schritt unmittelbar bevor. „Da wird schon noch etwas reinkommen“, kommentiert der Sprecher des Insolvenzverwalters den Fall. Das „Manager Magazin“ geht von einem Erstattungspotential von 300 Millionen Euro aus. Sieben Kartellfälle, in denen das Bundeskartellamt in den Jahren 2007 bis 2013 geurteilt hat, seien so gelagert sind, dass Schlecker einen Schaden erlitten habe.

          Sollte es tatsächlich zu nennenswerten Rückzahlungen kommen, können sich auch die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter Hoffnungen machen. Sie stehen in der Hierarchie der Gläubiger nicht schlecht da. Von dem Geld, das am Ende des Insolvenzverfahrens vorhanden ist, werden als erstes die Kosten des Insolvenzverfahrens gedeckt. Danach werden die Masseverbindlichkeiten befriedigt, und nur wenn dies komplett erledigt ist, werden die Insolvenzforderungen ausgeglichen.

          Zu den Masseverbindlichkeiten zählen die Forderungen aus den nicht bezahlten Löhnen, das sind etwa 150 Millionen Euro. Diese Summe teilt sich wiederum auf in eine Forderung der Bundesagentur für Arbeit und den Forderungen der Mitarbeiter selbst, die auf rund ein Drittel des Geldes verzichten mussten. Rund zwei Drittel ihres Einkommens bekamen die Schlecker-Mitarbeiter, die von Filialschließungen betroffen waren, bis zum Ende ihrer Kündigungsfrist von der Bundesagentur.

          Allerdings kann es noch Jahre dauern, bis das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist, wenn nun tatsächlich die Markenartikler einzeln auf Rückzahlung zu hoher Forderungen verklagt werden. Außerdem ist keineswegs sicher, ob es zu einer kompletten Nachzahlung der nicht bezahlten Löhne kommt. Sollte weniger Geld da sein, wird eine Quote ermittelt, nach der die Massegläubiger entschädigt werden.

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