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Kartellbeschwerde wegen Teams : „Ein schwaches, kopiertes Produkt“

Microsoft Teams ist – genau wie Slack – in der Bürokommunikation sehr beliebt. Bild: dpa

Weil Millionen Nutzer gezwungen seien Teams zu installieren, hat der Mitbewerber Slack nun Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Das weckt Erinnerungen an frühere Vorwürfe gegen Microsoft.

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          Microsoft sieht sich in Europa einem möglichen neuen Kartellverfahren gegenüber. Der Bürokommunikationsdienst Slack hat am Mittwoch bei der EU-Kommission eine Wettbewerbsbeschwerde eingereicht und den Softwaregiganten beschuldigt, seine Marktmacht zu missbrauchen. Es geht um „Teams“, Microsofts Konkurrenzprodukt zu Slack. In der Beschwerde wird Microsoft vorgeworfen, Teams auf illegale Weise mit seiner Bürosoftwarefamilie Office zu verknüpfen. Millionen von Nutzern seien gezwungen, Teams zu installieren, und könnten die Software nicht entfernen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die EU-Kommission wird sich mit der Beschwerde befassen und dann entscheiden, ob sie ein formelles Kartellverfahren einleitet. Dies hat sie erst vor wenigen Wochen im Fall von Apple getan, der ebenfalls auf eine Beschwerde zurückging. Der Musikdienst Spotify hatte sich bei der EU-Kommission beklagt, Apple verlange in seinem App-Store überhöhte Provisionen, um damit seiner konkurrierenden Musikplattform einen Vorteil zu verschaffen.

          Die Beschwerde von Slack weckt Erinnerungen an frühere Kartellvorwürfe gegen Microsoft, die bis in die neunziger Jahre reichen. Der Konzern sah sich in Amerika und Europa Kartellverfahren gegenüber. In Amerika stand dabei sogar seine Zerschlagung zur Diskussion, in Europa wurden mehrere Geldstrafen verhängt. Unter anderem ist Microsoft beschuldigt worden, sein Internetzugangsprogramm Internet Explorer auf unzulässige Weise mit dem Betriebssystem Windows verknüpft und damit den Rivalen Netscape ausgespielt zu haben.

          Beschwerde kommt nicht aus dem Nirgendwo

          Slack-Chefjurist David Schellhase sagte jetzt in einer Mitteilung: „Microsoft kehrt zu früherem Verhalten zurück. Sie haben ein schwaches, kopiertes Produkt gemacht und es mit ihrem dominierenden Office-Produkt verbunden.“

          Microsoft entgegnete, Teams habe in der Corona-Krise Rekordzahlen verzeichnet, „während Slack wegen des Fehlens von Videokonferenzen litt“. Microsoft wolle Kunden viele verschiedene Wege anbieten, das Teams-Produkt zu erwerben und zu nutzen. Man werde alle Fragen der Kommission beantworten.

          Slacks Beschwerde ist auch insofern bemerkenswert, weil Microsoft zuletzt in der Diskussion um die Macht der großen amerikanischen Technologiekonzerne nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Nächste Woche soll im amerikanischen Kongress eine Anhörung zu diesem Thema mit den Vorstandschefs von Apple, Amazon, Facebook und Alphabet stattfinden. Microsoft ist hier aber außen vor.

          Die Beschwerde kommt indessen nicht aus dem Nirgendwo. Slack-Vorstandschef Stewart Butterfield beklagt sich seit einiger Zeit über Microsofts Praktiken und hat sie als „unsportlich“ bezeichnet. Der F.A.Z. sagte er im Frühjahr: „Microsoft will uns umbringen, und Teams ist das Werkzeug dafür.“ Der Konzern sehe Slack als Gefahr, weil der Dienst eine Alternative zur Kommunikation per E-Mail und damit zur E-Mail-Funktion von Office sei. Teams sei sein Mittel, um diese Bedrohung zu neutralisieren.

          Slack wurde 2013 ins Leben gerufen, Teams gibt es seit 2017. In seiner Beschwerde fordert Slack die EU-Kommission jetzt auf, dafür zu sorgen, dass Microsoft Teams nicht mehr mit Office verknüpfen kann.

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