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Live-Übertragung von Spielen : Kartellamt verschärft Wettbewerb um Fußballrechte

Sky-Sportsbar in Frankfurt-Alt-Sachsenhausen Bild: Niklas Grapatin

Sky verliert die Exklusivität von Bundesliga-Livespielen und muss in Zukunft möglicherweise gegen Giganten wie Google oder Amazon um Kunden kämpfen.

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          Das Angebot von Übertragungen bei Livespielen der Fußball-Bundesliga wird sich für den Zuschauer verändern. Das Bundeskartellamt hat sich nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegenüber der Deutschen Fußball Liga (DFL) endgültig festgelegt, dass nicht mehr wie bisher im Fall des Bezahlsenders Sky nur ein Anbieter alle Direktübertragungen exklusiv für sich beanspruchen kann. Die bevorstehende Übereinkunft zwischen Liga und Wettbewerbsbehörde basiert auf der „No Single Buyer Rule“ – oder dem Alleinerwerbsverbot. Eine solche Entwicklung hatte sich schon zu Beginn des Jahres abgezeichnet. „Das Verfahren steht kurz vor dem Abschluss“, sagte der Sprecher des Kartellamts am Freitag.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So kann die Rechteauktion der DFL, die sich auf vier Spielzeiten von der Saison 2017/2018 an bis 2020/2021 bezieht, bald beginnen. Die Verträge mit den verschiedenen Medienunternehmen und Sendern sollen spätestens bis Anfang Juni fix sein, damit die Vereine – gerade im Transfergeschäft – frühzeitig mit zukünftigen Einnahmen kalkulieren können. Und so ist die neue Vermarktung der Livespiele vorgesehen: Erwirbt ein Anbieter mit den höchsten Geboten bei der Auktion alle Pakete mit den insgesamt 306 Livespielen in der Saison, muss die Liga einem anderen Wettbewerber zusätzlich etwa ein Drittel der Partien für eine Liveübertragung im Internet und über Mobilfunkgeräte (Smartphone, Tablet) zum Kauf anbieten. Dieses Szenario kommt nur dann nicht zustande, wenn zuvor bei der Auktion mindestens eines der Livepakete von einem zweiten Interessenten erworben wurde.

          Das Kartellamt schränkt damit den Exklusivitätsanspruch des Pay-TV-Senders Sky ein. Der deutsche Murdoch-Ableger zeigt inklusive der nächsten Saison alle Partien der ersten und zweiten Bundesliga als einziger Anbieter live und bewirbt seit Jahren sein Geschäftsmodell mit dem Slogan „Alle Spiele, alle Tore“. Sky zahlt dafür jedes Jahr rund 486 Millionen Euro und ist damit der bedeutendste Geschäftspartner der DFL. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Deutsche Telekom wieder einsteigen will in die Vergabe der Liverechte. Beim vergangenen Mal (2012) wurde der Kommunikationskonzern allerdings stets von Sky überboten. Auch Sportsender wie Sport1 (Constantin) oder Eurosport (Discovery), die über zusätzliche Bezahlfernsehangebote verfügen, werden als Konkurrenten für die Auktion genannt.

          Ein interessanter Wettbewerb könnte um die Livespiele fürs Internet und die mobilen Anwendungen entstehen – wenn es am Ende zu der Vergabesituation kommen sollte. Das Kartellamt will damit bei den Fußballrechten offensichtlich Unternehmen ins Spiel bringen, die sich ganz auf technische Innovationen ausrichten und nicht mehr nur das Satelliten- oder Kabelfernsehen als Kerngeschäft betrachten. Zum Zuge kommen könnten hier Giganten wie Google, Apple oder Amazon. Zuletzt verlor Sky die Deutschland-Rechte an den Übertragungen der englischen Premier League an die britische Perform Group. Von der Saison 2016/17 werden diese Spiele nun auf der Internetplattform Spox.com übertragen.

          Die Bundesliga erhofft sich insgesamt mit der Auktion einen weiteren Einnahmesprung. Statt 628 Millionen Euro wie derzeit im Schnitt für die Saison aus der Medienvermarktung in Deutschland rechnen einige nun mit Einkünften bis zu einer Milliarde Euro im Jahr. Obendrauf kämen für die DFL die Einnahmen aus der Fernsehvermarktung im Ausland, die im nächsten Spieljahr bei 160 Millionen Euro liegen wird. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte zuletzt immer wieder die Marke von 1 bis 1,5 Milliarden Euro als Ziel für die gesamte TV-Vermarktung genannt.

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