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Vor der Aufsichtsratssitzung : Verdi fordert Klarheit über die Zukunft von Karstadt

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Der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt stehen harte Einschnitte bevor. Bild: dpa

Der Aufsichtsrat von Karstadt kommt an diesem Donnerstag zu seiner mit Spannung erwarteten Sitzung zusammen. Es werden harte Einschnitte erwartet. Zudem könnte ein neuer Geschäftsführer ernannt werden.

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          Vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung bei Karstadt hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Klarheit über die Zukunft der Kaufhauskette verlangt. „Wir wollen wissen, wo der Kurs des Unternehmens hingehen soll“, sagte Verdi-Vertreter Arno Peukes, der für die Gewerkschaft im Aufsichtsrat sitzt, dem Berliner „Tagesspiegel“. „Bei dem bisherigen Sanierungskonzept fehlt uns die Zukunftsperspektive.“ Der Aufsichtsrat will am Nachmittag wichtige Weichen für die Zukunft von Karstadt stellen. Von der Sitzung werden zentrale Beschlüsse erwartet. Zum einen soll Berichten zufolge der Posten des Geschäftsführers neu besetzt werden. Das Gremium soll zudem über die zukünftige Ausrichtung von Karstadt beraten.

          Im Gespräch für die Firmenspitze ist der aktuelle Aufsichtsratschef und frühere Rewe-Manager Stephan Fanderl. Immerhin habe Fanderl Vorkenntnisse, sagte Verdi-Vertreter Peukes. Die Personalfrage sei für die Gewerkschaft aber nicht von Sachfragen zu trennen. „Wir wollen natürlich wissen, wofür der neue Firmenchef steht.“ Es könne nicht sein, dass der neue Kurs des Unternehmens einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehe.

          Der Karstadt-Konzern gehört seit August zur Signa Holding des österreichischen Investors René Benko. Bei der Kaufhauskette sind 17.000 Menschen beschäftigt, die sich auf einen drastischen Sparkurs gefasst machen müssen. In einem internen Brief hatte Finanzchef Miguel Müllenbach die Belegschaft noch am Dienstag mit ungeschminkter Deutlichkeit auf die „unausweichliche Notwendigkeit einer harten Sanierung“ vorbereitet. Es werde entschiedene Einschnitte bei den Personal- und Sachkosten geben.

          Wie am Wochenende durchsickerte, könnte 23 der 83 Warenhausfilialen die Schließung bevorstehen. Die verbleibenden Karstadt-Filialen sollen in zwei Gruppen aufgeteilt werden, nämlich „Erlebnishäuser“ mit Shoppingcenter-Charakter in den großen Städten und „Kaufhäuser der Stadt“ in den kleineren Orten. Bei letztgenannter Kategorie ginge es mehr um die Nahversorgung mit dem täglichen Bedarf der Kunden. Bereits bei seiner vorigen Sitzung im September hatte der Karstadt-Aufsichtsrat die Weichen für einen harten Sanierungskurs gestellt. Auch die Schließung verlustreicher Filialen wurde dabei nicht ausgeschlossen. Konkrete Beschlüsse gibt es aber noch nicht.

          Die Gewerkschaft Verdi lehnt weitere Einschnitte für die Beschäftigten vehement ab und will neben der Rückkehr in den Einzelhandelstarif auch eine Standort- und Beschäftigungssicherung erreichen. Karstadt war im Mai 2013 aus dem Flächentarifvertrag ausgestiegen. Seitdem können die Mitarbeiter nicht mehr an Lohnerhöhungen teilhaben.

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