https://www.faz.net/-gqe-9ete9

Neues Gemeinschaftsunternehmen : Karstadt steigt ins Logistikgeschäft ein

  • Aktualisiert am

Karstadt geht unter die Logistiker. Bild: EPA

Vor der Fusion mit Kaufhof peilt Karstadt den nächsten Schachzug an: Die Warenhauskette geht unter die Logistiker – eine überraschende Kehrtwende.

          1 Min.

          Der Warenhauskonzern Karstadt will künftig auch im boomenden Logistikmarkt mitmischen. Der Handelsriese kündigte am Mittwoch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Logistikdienstleister Fiege an. Die Firma Fiege X Log soll ab 2020 nicht nur die gesamte Logistik von Karstadt übernehmen, sondern Leistungen auch Drittkunden anbieten.

          Dabei setzt Karstadt darauf, die 79 Filialen in den Zentren von deutschen Groß- und Mittelstädten auch als Logistikstandorte zu nutzen. Dies könnte dank der zentralen Lage der Geschäfte die für Logistikunternehmen immer schwieriger werdende Zustellung auf der „letzten Meile“ oder die Lieferung in engen Zeitfenstern erleichtern. Der zuletzt beschlossene Zusammenschluss mit Kaufhof könnte das Netz noch einmal deutlich verdichten.

          Gemeinsames Ziel sei es, Online-Handel, stationären Handel und das Marktplatzgeschäft eng zu vernetzen und den Endkunden darüber hinaus weitere Dienstleistungen anzubieten, sagte Jens Fiege, der Vorstand des Logistik-Dienstleisters. Die Fiege Gruppe mit Sitz im nordrhein-westfälischen Greven erwirtschaftete nach eigenen Angaben im Jahr 2017 mit mehr als 12.900 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro.

          Der Schritt bedeutet für Karstadt eine Kehrtwende. Denn erst 2005 hatte das Unternehmen die gesamte Logistik ausgelagert. Die Kartellbehörden müssen dem Gemeinschaftsunternehmen allerdings noch zustimmen – auch über die Fusion von Karstadt und Kaufhof müssen sie noch entscheiden. Die Eigner der beiden Warenhaus-Konzerne, die nordamerikanische HBC und die österreichische Signa, hatten Mitte September ein Gemeinschaftsunternehmen aus den beiden ehemaligen Erzrivalen auf den Weg gebracht. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bahn-Chef Richard Lutz (rechts) und der bisherige Finanzvorstand Alexander Doll

          Führungschaos bei der Bahn : Höchste Eisenbahn

          Zuletzt hatte es noch Hoffnung geben, die Bahn könnte ihre Probleme hinter sich lassen. Doch nun tobt ein Führungschaos in der Chefetage. Das erste Opfer: Finanzvorstand Alexander Doll. Aber der eigentliche Skandal liegt woanders.

          Parteitag der Grünen : Alles scheint möglich

          Die Grünen profitieren enorm von der Debatte über den Klimaschutz. Auf ihrem Parteitag in Bielefeld wollen sie sich inhaltlich trotzdem weiter öffnen. Und eine Frage schwebt über allem: Wird es einen grünen Kanzlerkandidaten geben?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.