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Kampf um Landesbank : Amerikanische Investoren bieten gemeinsam für Nord LB

  • Aktualisiert am

Wohin steuert die Nord LB? Bild: dpa

Der Poker um die Nord LB geht in die letzte Runde. Zwei amerikanische Finanzinvestoren haben sich jetzt offenbar zusammengetan. Bleibt das Unternehmen in öffentlich-rechtlicher Hand?

          Das Ringen um die Rettung der Nord LB tritt in seine heiße Phase. Am Samstag erhielt die Bank nach eigenen Angaben ein gemeinsames Angebot von zwei Finanzinvestoren. „Wir werden das Angebot der beiden Investoren jetzt gründlich prüfen und auf dieser Basis gemeinsam mit unseren Trägern über das weitere Vorgehen entscheiden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Bürkle laut einer Pressemitteilung.

          Er sei zuversichtlich, dass es schon bald zu einer grundlegenden Richtungsentscheidung kommen werde. „Wir sind dabei auch weiterhin offen für eine öffentlich-rechtliche Lösung.“ Wer die beiden Investoren sind, teilte die Bank nicht mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um die amerikanischen Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge. Ob das Unternehmen Apollo noch im Rennen ist, war zunächst unklar.

          Die Frist zur Einreichung von Angeboten endet am Samstag. Der Nord-LB-Sprecher Thomas Klodt hatte am Freitag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gesagt, dass private Investoren um einen Aufschub gebeten hatten. Daraufhin sei eine „Fristverlängerung bis morgen gewährt“ worden. Bei den privaten Investoren hatte es sich Berichten zufolge um Cerberus, Centerbridge und Apollo gehandelt.

          3,5 Milliarden Euro

          Das Hannoveraner Geldhaus benötigt Finanzkreisen zufolge insgesamt gut 3,5 Milliarden Euro. Die Nord LB hatte zuletzt wegen des schwierigen Geschäfts bei der Schiffsfinanzierung Milliardenverluste verzeichnet und braucht auch wegen der strikteren EU-Forderungen bei der Eigenkapitalquote dringend frisches Geld. Größter Anteilseigner ist Niedersachsen, außerdem sind zahlreiche Sparkassen beteiligt.

          Dass zwei Investoren ein gemeinsames Angebot abgegeben haben, ist eine Überraschung. Dennoch liegt auf der Hand, dass sie gemeinsam ein besseres Angebot abgeben können als allein.

          Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hatte sich zuvor für eine Konsolidierung auf Ebene der Landesbanken ausgesprochen und sucht nach inoffiziellen Informationen eine öffentlich-rechtliche Auffanglösung. Bei einem Treffen der Eigentümer bei der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank sollen schon die Weichen für eine öffentliche Unterstützung gestellt worden sein.

          Demnach müssten den größten Anteil dann die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt stemmen, die zusammen rund 65 Prozent an der Landesbank halten. Der Rest käme dann von den an der Nord LB beteiligten Sparkassen aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Zudem würden auch der Sicherungsfonds aller deutschen Sparkassen und der entsprechende Fonds der Landesbanken zur Kasse gebeten werden.

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