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Kampf gegen Leukämie : Roche gelingt ein Durchbruch in der Krebstherapie

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Der Pharmakonzern Roche erhält die erste Zulassung für ein neuartiges Medikament gegen Leukämie. In Amerika wird es schon in der kommenden Woche ausgeliefert.

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          Früher als erwartet hat der Pharmakonzern Roche in den Vereinigten Staaten die Zulassung für eine völlig neue Wirkstoffklasse im Kampf gegen Leukämie erhalten. Das Medikament Gazyva diene zur Behandlung von Patienten mit nicht schon vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), dies in Verbindung mit einer Chemotherapie, teilte die F. Hoffmann-La Roche Ltd. in Basel mit. Es ist das erste zugelassene Präparat, dem die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA den Status eines „Therapiedurchbruchs“ verliehen hatte.

          Vor einigen Monaten als Kriterium eingeführt, sichert die FDA Antragstellern mit neuartigen Behandlungsmethoden eine beschleunigte Zulassung zu. Roche hatte trotz des Schnellwegs eine FDA-Genehmigung erst für das kommende Jahr erwartet. Nach den Worten von Thomas Büchele, dem bei Roche Verantwortlichen für Gazyva, behandelt die FDA derzeit nur drei Anträge von internationalen Pharmakonzernen in der Krebstherapie, die das Siegel „Therapiedurchbruch“ tragen. Für die EU erwartet er eine Zulassung von Gazyva im dritten Quartal 2014.

          Das Medikament soll schnell ausgeliefert werden

          Wie Büchele im Gespräch mit dieser Zeitung sagte, beginnt Roche schon in dieser Woche mit der Auslieferung des Medikaments, das als Infusion zusammen mit der Chlorambucil-Chemotherapie verabreicht wir.d. Eine sechsmonatige Behandlung kostet nach seinen Angaben 41300 Dollar. In den Vereinigten Staaten liegt Gazyva in den Händen der Roche-Tochtergesellschaft Genentech und ihres Partners Biogen Idec.

          Der Biotechkonzern Genentech hat die meisten neuen Krebsmedikamente des Weltmarktführers Roche zur Marktreife geführt. Gazyva wurde indes von der Roche Glycart AG und ihrem einstigen Mitgründer Pablo Umaña in Schlieren bei Zürich entdeckt und entwickelt. Die Produktion für die Versuchsreihen erfolgte an den Konzernstandorten Basel sowie im bayerischen Penzberg.

          In der Mitteilung unterstreicht Roche die Bedeutung des neuen Präparats mit dem Hinweis, dass es gegenüber der reinen Chemotherapie das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Eintritt des Todes um 84 Prozent verringere.

          Gazyva ist ein Mittel aus dem Kreis der Immuntherapien, um die sich Pharmakonzerne rund um die Welt verstärkt bemühen. Sein Wirkstoff Obinutuzumab (GA 101) stärkt über die Veränderung bestimmter Zuckermoleküle das Immunsystem der Patienten und greift Krebszellen direkt an. Gazyva deckt zwei der drei Behandlungsansätze des Roche-Verkaufsrenners Mabthera/Rituxan ab, nach Angaben des Unternehmens allerdings mit deutlich besserer Wirksamkeit.

          Analysten trauen GA 101 einen Spitzenumsatz von knapp einer Milliarde Euro im Jahr zu. CLL gilt als eine der häufigsten, wenn auch nur langsam wachsenden Formen von Leukämie. Sie befällt besonders ältere Menschen von 70 Jahren an. Roche schätzt, dass dieses Jahr allein in den Vereinigten Staaten knapp 5000 Menschen daran sterben werden. Büchele geht für Europa von einer ähnlich großen Zahl aus. Bei der Behandlung von CLL soll es nicht bleiben. Roche untersucht nach eigenen Angaben die Wirksamkeit von Gazyva bei weiteren Formen von Blutkrebs, zum Beispiel dem Non-Hodgkin-Lymphom.

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