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Neue Fahrzeug-Regeln : Roboter-Autos brauchen in Kalifornien einen Fahrer

  • Aktualisiert am

Google Car: Ganz autonom von A nach B. Bild: AP

Die kalifornische Fahrzeugbehörde hat Regeln für selbstfahrende Autos veröffentlicht und beschränkt damit - laut Google - das Potential der Technologie.

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          Der amerikanische Bundesstaat Kalifornien hat die künftigen Vorschriften für selbstfahrende Autos vorgelegt und damit bereits Kritik von Unternehmen wie Google geerntet. Laut den am Mittwoch veröffentlichten Regeln muss etwa immer ein Fahrer mit einer gültigen Fahrerlaubnis im Wagen sitzen, um im Notfall eingreifen zu können. Dieser Fahrer soll laut den Vorschriften auch bei Unfällen oder Verstößen gegen Verkehrsregeln verantwortlich sein. Die Sicherheit der selbstfahrenden Autos müsse von unabhängigen Experten überprüft werden, und zwar vor Inbetriebnahme, schlägt Kalifornien weiter vor. Diese technische Zulassung müsse alle drei Jahre erneuert werden.

          Der Bundesstaat dringt zudem auf Maßnahmen gegen mögliche Hackerangriffe auf die Software der selbstfahrenden Autos und auf Regeln zum Datenschutz. Die kalifornische Fahrzeugbehörde (DMV) erklärte am Mittwoch, die Sicherheit selbstfahrender Autos und der Öffentlichkeit, die die Straßen mit diesen Autos teile, habe oberste Priorität. Vor einer Zulassung solcher Fahrzeuge müssten die Hersteller noch weitere Erfahrungen in Tests sammeln.

          Der Internetriese Google, der in Kalifornien schon länger selbstfahrende Autos testet, zeigte sich „ernsthaft enttäuscht“ von diesen Vorschlägen. Kalifornien beschränke damit von vornherein das „Potential“ selbstfahrender Autos, teilte das Unternehmen mit. „Wir wollen Autos entwickeln, die einfach per Knopfdruck Personen von A nach B transportieren. Damit wollen wir die Mobilität von Millionen Menschen verändern - sprich, die 94 Prozent aller Unfälle eliminieren, die wegen menschlichen Versagens passieren, oder denjenigen das Autofahren möglich machen, die es sonst nicht können.“ Die Sicherheit habe für Google „höchste Priorität“ und sei die „wichtigste Motivation“.

          Die von der kalifornischen Fahrzeugbehörde vorgeschlagenen Regeln könnten die Blaupause für Vorschriften in den Vereinigten Staaten werden. Kalifornien ist derzeit eine Art Versuchslabor für selbstfahrende Autos. Neben Google arbeiten bereits eine ganze Reihe von Autoherstellern, darunter Tesla, Ford und Toyota, dort ebenfalls an der Entwicklung autonomer Fahrzeuge.

          Ford ab 2016 autonom in Kalifornien

          Ford scheint sich an den neuen Regeln nicht zu stören. Der Autobauer hat von den kalifornischen Behörden grünes Licht für Tests von selbstfahrenden Autos erhalten. Ford habe sich formell für das Testprogramm für selbstfahrende Autos des Bundesstaats angemeldet und werde im kommenden Jahr mit den Tests beginnen, teilte das Unternehmen mit. Bei den Testwagen handle es sich um das Hybridmodell Ford Fusion. Das Unternehmen habe mehr als hundert Ingenieure, Entwickler und Wissenschaftler in seinem Forschungszentrum in Palo Alto im Silicon Valley angestellt, die auch mit Universitäten zusammenarbeiteten. Sie seien spezialisiert auf Technologien, mit denen Autos „sehen“ oder spüren könnten, was um sie herum geschehe.

          Ford hatte zu Jahresbeginn mitgeteilt, dass die Produktionsphase für das erste selbstfahrende Auto nahe, ohne genauere Zeitpläne zu nennen. Auf der Elektronikmesse Consumer Electronics Show in Las Vegas im Januar kündigte Ford-Chef Mark Fields an, komplett selbstfahrende Autos seien um das Jahr 2020 auf den amerikanischen Straßen zu erwarten. Ob sein Unternehmen unter den ersten Anbietern sein werde, sagte er nicht.

          Selbstfahrend : Im Herbst letzten Jahres: Google und Tesla mit ihren Auto-Neuheiten

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