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K+S-Chef Norbert Steiner : „In Kanada fördern wir noch in 100 Jahren Kali“

  • Aktualisiert am

K+S-Chef Norbert Steiner Bild: dpa

K+S muss viel Geld sparen, weil der sinkende Kalipreis den Rohstoffkonzern unter Druck setzt. Der Vorstandsvorsitzende erklärt im Gespräch, warum K+S trotzdem ein zusätzliches Kalivorkommen in Kanada erschließt.

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          Sie müssen sparen, weil der Kalipreis sinkt. Wo und in welchem Umfang werden Sie dafür Stellen streichen?

          Wir arbeiten nicht erst seit den Turbulenzen um Uralkali im Sommer daran, unsere Effizienz zu verbessern und unsere Kosten zu senken. Schon seit einigen Monaten laufen bei uns eine Reihe von Projekten, ohne dass wir diese in der Öffentlichkeit diskutiert haben. Die Entwicklung auf dem Kalimarkt hat diesen kontinuierlichen Handlungsbedarf dann aber noch einmal besonders deutlich gemacht. Bei unseren Sparbemühungen konzentrieren wir uns auf Sachkosten, können aber einen Personalabbau nicht ausschließen. Wir schauen genau auf alle Ausgaben, von Investitionen und Reparaturen bis hin zu externen Dienstleistungen. Klar ist: Jeder Bereich unseres Unternehmens ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten.

          Gleichzeitig geben Sie viel Geld für die Erschließung eines zusätzlichen Kalivorkommens in Kanada aus, obwohl dieses Projekt mit umgerechnet 2,9 Milliarden Euro viel teurer als erwartet wird und sich mit dem aktuellen Kalipreis kaum lohnt. Warum?

          Weil wir damit unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken und die langfristige Zukunft unseres Unternehmens sichern. Bergbaukonzerne denken da in längeren Zeiträumen. In Deutschland werden die Reserven voraussichtlich in einigen Jahrzehnten erschöpft sein. Nach meiner Einschätzung werden wir mit dem Legacy-Projekt in Kanada noch in hundert Jahren Kali fördern können. Und sicher ist: Unser kanadisches Werk wird auch die deutschen Standorte stärken.

          Aber wie soll sich die Investition in Kanada je lohnen, wenn auf dem Kalimarkt schon jetzt das Angebot die Nachfrage übersteigt?

          Ich bin überzeugt, dass die Nachfrage nach Kalidüngemittel zunehmen wird. Wie sollen wir die wachsende Weltbevölkerung ohne zusätzliche Kapazitäten ernähren können? Unser Ziel ist es, langfristig in Kanada die Kapitalkosten plus 15 Prozent zu verdienen. Ob wir das erreichen, wird selbstverständlich auch von der Entwicklung der Kalipreise beeinflusst. Und wie der Preis in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren aussehen wird, weiß heute noch niemand.

          Wie weit wird das Sparprogramm Ihre Produktionskosten senken?

          Wir wollen eine nachhaltige Verbesserung auf der Kostenseite erreichen, nicht nur in der Produktion. Mit den angestrebten Einsparungen wollen wir den allgemeinen Preissteigerungen entgegenwirken. Das gilt nicht nur für den Kalibereich, der gut die Hälfte zu den Einsparungen beitragen wird, sondern für die gesamte K+S Gruppe.

          Wie verteilt sich die andere Hälfte des angepeilten Sparbetrags auf den Konzern?

          Ein Drittel entfällt auf die Salzsparte und damit mehrheitlich auf Standorte in Nord- und Südamerika, der Rest auf andere Aktivitäten sowie zentrale Funktionen wie die IT.

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