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E-Zigaretten-Hersteller : Juul entlässt deutsche Mitarbeiter

Die E-Zigaretten von Juul haben einen schweren Stand. Bild: dpa

Die Krise beim E-Zigaretten-Konzern Juul spitzt sich zu. Jetzt erreicht die Kündigungswelle bei dem amerikanischen Marktführer auch Deutschland.

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          Ein Teil der deutschen Belegschaft des E-Zigaretten-Herstellers Juul hat diese Woche betriebsbedingte Kündigungen erhalten. Wie zu hören ist, sind Dutzende Mitarbeiter im Außen- und Innendienst betroffen. Das Unternehmen will sich zu den genauen Zahlen nicht äußern. „Die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern laufen noch“, sagt ein Sprecher auf Anfrage ausweichend.

          Bettina Weiguny

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Besonders der Vertrieb wird demnach drastisch zusammengekürzt. Man wolle „die Vertriebsaktivitäten und Ressourcen künftig auf die Metropolregionen fokussieren“, heißt es am Sitz der deutschen Niederlassung in Hamburg. Mit anderen Worten: Juul zieht sich aus der Fläche zurück und konzentriert sich auf die wenigen deutschen Ballungsräume.

          Die Gründe für die Krise sind vielfältig. Der Hersteller nikotinhaltiger Liquids kämpft in Amerika mit heftigem Gegenwind aus der Politik, nachdem die Marke dort binnen kürzester Zeit zur beliebten Teenie-Droge aufgestiegen war. E-Zigaretten insgesamt gerieten erst recht in Verruf, nachdem 39 Todesfälle und Tausende Lungen-Erkrankungen mit den Verdampfern in Zusammenhang gebracht wurden. Der Kaufhauskonzern Walmart nimmt sie deshalb komplett aus dem Sortiment.

          Die Gründer wurden Milliardäre

          Präsident Donald Trump droht mit strikten Auflagen oder gar einem Verbot. Die Erfolgsgeschichte von Juul steht vor einem unrühmlichen Ende. Nur vier Jahre nach der Gründung des Unternehmens im Silicon Valley hatte der Marlboro-Konzern Altria Ende vorigen Jahres noch sagenhafte 12,8 Milliarden Dollar für eine Beteiligung von 35 Prozent bezahlt. Die beiden Gründer, zwei ehemalige Stanford-Studenten, dürfen sich seither zu den Milliardären zählen. Vor wenigen Tagen musste Altria den Wert allerdings um etliche Milliarden nach unten korrigieren, der Juul-Chef musste seinen Platz räumen.

          In Deutschland war Juul Ende vorigen Jahres gestartet. Vor einigen Wochen wurde der Vertrieb auf gerichtlichen Beschluss hin eingeschränkt, weil auf Packungen ein gesetzlich vorgeschriebener Hinweis fehlte. Zudem waren Abweichungen im Nikotin-Gehalt festgestellt worden. In der Branche ist deshalb bereits von einem Deutschland-Flop die Rede, Juul selbst will davon nichts wissen: „Deutschland wird auch weiterhin ein wichtiger Kernmarkt in Europa sein“, heißt es dort wacker.

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